Dossier
Vollmondzeit

Mondsüchtig

Es ist wieder Vollmondzeit. Der Mond zieht uns in seinen Bann. Hier ein Porträt des erdnächsten Himmelskörpers, präziser auch Erdmond genannt. Er ist der einzige natürliche Trabant, der unsere Erde umkreist.

An den Mond

Füllest wieder Busch und Thal
Still mit Nebelglanz,
Lösest endlich auch einmal
Meine Seele ganz;

Breitest über mein Gefild
Lindernd deinen Blick,
Wie des Freundes Auge mild
Über mein Geschick.

Gedicht von Johann Wolfgang von Goethe
(1789, Spätfassung, Strophe 1 und 2) 

Der Mond zieht an, inspiriert und fasziniert zugleich und wird in Mythologie, Kunst, Astronomie und Astrologie thematisiert. In der Symbolik steht er für Wechsel und Wandel. Mit den Gezeiten und dem Wachstum in der Natur beeinflusst er das Irdische direkt. Und so mancher glaubt, Auswirkungen auf sein Befinden zu spüren. Hier ein kleiner Überblick über das vermeintlich leblose, stille und kühle Gestirn, das niemanden kaltlässt.

Mondzyklus

 

Der Mond ist der nächste natürliche Himmelskörper, der unsere Erde mit einer mittleren Geschwindigkeit von 1,023 Kilometern pro Sekunde umkreist – das sind rund 3682,8 km/h. Hier ein paar Kennzahlen:

Mondphasen

Der Mond und sein Erscheinen

Die wechselnden Mondgestalten am Nachthimmel werden als Mondphasen bezeichnet. Wie sie zustande kommen, zeigen wir hier.

Der Mond wird bei seinem Umlauf um die Erde von der Sonne beleuchtet. Da er selbst nicht scheint, ist immer nur eine Hälfte von ihm erhellt. Je nach unserer Position zu seiner beleuchteten Seite sehen wir unterschiedlich viel von ihm – diese verschiedenen Ansichten der beleuchteten Seite des Mondes nennt man Mondphasen.

Mondphasenanimation 2017 von der Nasa:

 

Der Mondzyklus im Detail:

 

Mondphasenanimation, von der Mondrückseite aus gesehen:

Dass wir die Mondrückseite von der Erde aus nie sehen können, liegt an der „gebundenen Rotation“. Während der Mond die Erde umkreist, dreht er sich gleichzeitig mit der gleichen Geschwindigkeit um die eigene Achse. Deshalb zeigt immer die gleiche Seite zur Erde.

Wirkung

Mondeinfluss

Oft werden zwischen den Mondphasen und Lebenssituationen Zusammenhänge hergestellt – vom Schlaf, Haar- oder Pflanzenwachstum bis hin zu gesundheitlichen Ereignissen.

Inwieweit sich die unterschiedlichen Mondphasen auf Menschen, Pflanzen und Tiere auswirken, ist allerdings umstritten. Es gibt sowohl Untersuchungen, die Auswirkungen bestätigen, als auch wissenschaftliche Studien, die solche verneinen. So bleibt es jedem selbst überlassen, ob er an solche Wechselwirkungen glaubt oder nicht. Angefangen von Mondkalendern bis hin zu zahlreichen Büchern und Ratgebern beweisen diese jedenfalls eines: Das Thema bewegt und lässt nur wenige kalt.

Sondermond

Besondere Mondkonstellationen

Vom Blutmond, Erdbeer- oder Rosenmond, Blauen Mond bis hin zur Sonnen- und Mondfinsternis – seit jeher regen diese besonderen Konstellationen die Fantasie der Menschen an. Wie kommt es aber zu diesen Konstellationen? Und gibt es wirklich einen Supermond?

Sondermondformen

Mythologie

Fast keine Kultur kommt ohne Mond aus

Seit jeher blicken die Menschen zum Mond auf und nehmen ihn als Wegweiser wahr, verehren ihn als Gottheit oder erklären ihn zur „Königin der Nacht“.

In der deutschen Sprache wird er vermännlicht, doch in den meisten Sprachen ist er weiblich. Der Mond spielt in fast allen bekannten Kulturen und Religionen weltweit eine Rolle.

Mondmythologie: Beispiele

Hati und Skalli jagen Mani und Sol (Illustration aus „Myths of the Norsemen – From the Eddas and Sagas“, London 1909, J. Ch. Dollman)

Wikipedia

Römisches Mosaik zeigt Diana als Jägerin (2. Jahrhundert)

Chang’e steigt zum Mond auf – Illustration (1922)

Ix Chel als alte Göttin

Werwolf – Holzschnitt von Lucas Cranach (1512)

1/5

Beispiele für Mondgottheiten (Auswahl)

Germanien: Der Mondgott Mani, Bruder der Sonnengöttin Sol, lenkt den Mondwagen über den Nachthimmel. In der Weltuntergangsprophezeiung wird Mani vom Wolf Hati über den Himmel gejagt und dann verschlungen.

Griechenland und Rom: Die alten Griechen verehren mehrere Mondgottheiten – zwei von ihnen sind Selene (Semele) und Artemis. Selene wurde später in Rom mit der Mondgöttin Luna gleichgesetzt. Die zweite römische Mondgöttin war Diana, sie wird auch als Jagdgöttin verehrt.

China: Hier lebt die Göttin Chang'e auf dem Mond.

Lateinamerika: Bei den Mayas wird die alte Greisin Ix Chel als Mondgöttin verkörpert. Sie wird als Weberin gesehen und soll Weisheit bringen. Bei der Mythologie der Azteken war Coyolxauhqui die Mondgöttin. Und bei den Inkas war Mutter Mond das Gegenstück zu Vater Sonne.

Werwolf: Ein Mensch, der sich bei Vollmond in einen Wolf verwandelt, ist ein beliebtes Thema in Horrorfilmen. Die Mythologie dahinter geht aber bis in die Anfangsgeschichte der Menschheit zurück.

Das sind nur einige Beispiele.

Querschnitt

Innerer Aufbau

Ganz einig sind sich Experten nicht, was den Aufbau des Mondes betrifft. Hier das allgemein akzeptierte Modell.

Ein Großteil der Daten stammt von zurückgelassenen Seismometern der „Apollo“-Missionen sowie von Gravitationsfeldmessungen und von der chemischen Zusammensetzung des Mondgesteins.

Oberfläche

Mondoberfläche und Exosphäre

Der Mond ist der Erde so nah, dass man schon mit freiem Auge manch Detail erkennen kann. Mit einem Fernglas oder mit einem Teleskop geht es noch besser. Aber wie ist die Mondoberfläche beschaffen?

Mondoberfläche

Die wichtigsten Oberflächenmerkmale sind die „Mondmeere“, die von der Erde aus mit bloßem Auge erkennbar sind, und die vielen Krater. Bei den Mondmeeren handelt es sich um die großen dunklen Flecken, die früher für richtige Meere gehalten wurden. Deshalb gab man ihnen auch Namen wie z. B. Mare Frigoris (Meer der Kälte). Heute ist klar, dass die Mondoberfläche trocken ist und die vermeintlichen Meere aus Basaltgestein bestehen. Bei den Mondkratern handelt es sich um Einschläge von Himmelskörpern wie Meteoriten oder Asteroiden.

Oberflächengröße: 38 Millionen Quadratkilometer
(zum Vergleich: Erdoberfläche: 510 Millionen km²)

 

Atmosphäre/Exosphäre

Der Mond hat keine eigene Atmosphäre, sondern nur eine dünne Exosphäre (aus Gasen und Teilchen bestehender, fließender Übergang zum interplanetaren Raum).

 

Mondfahrt

Reisen zum Mond

Seit jeher blicken die Menschen sehnsüchtig zum Mond. Zahlreiche Geschichten und Bücher beflügeln ihre Phantasie. Am 21. Juli 1969 ist es dann so weit, der erste Mensch betritt den Mond.

Foto © Wikipedia

Mondfahrt

In den 1950er-Jahren kommt es zum „Wettlauf ins All“ zwischen den USA und der Sowjetunion. Die Sowjetunion kann mit „Lunik 2“ am 13. September 1959 das erste Fluggerät auf dem Mond aufschlagen lassen und am 3. Februar 1966 landet der erste sowjetische Flugkörper „Luna 9“ weich auf dem Mond. Der erste bemannte Flug zum Mond – allerdings ohne Landung – gelang den USA im Dezember 1968 mit „Apollo 8“ mit Frank Borman, William Anders und James Lovell. Sie umkreisen den Mond zehn Mal und sind die ersten Menschen, welche mit eigenen Augen die Rückseite des Mondes sehen.

 

Apollo-11-Mission: Impressionen

Start der Trägerrakete

Nasa

Apollo 11 – Mission Control

Nasa

Das Landemodul aus der Sicht vom Orbiter

Nasa

Astronaut Edwin E. Aldrin vor der amerikanischen Flagge

Nasa

Astronaut Edwin E. Aldrin vor dem Landemodul

Nasa

Rückkehr: Die Landekapsel wird von einem Schiff geborgen

Nasa

Apollo-11-Missionslogo

Nasa
1/7

 

Impressum

Abspann

Redaktion und Grafik: Günter Pichler; Quellen: Nasa, Wikipedia, youtube; Fotos und Videos: www.nasa.gov, youtube; weiteres Bildmaterial von Wikipedia/KK (7) und Fotolia (2); Technik: Erich Schicker; © Kleine Zeitung 2017