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Zuletzt aktualisiert: 09.05.2012 um 12:37 UhrKommentare

Wie ein Innenarchitekt sein Haus plant

Was in die Räume hineinkommt, war von Anfang an klar. Nämlich zeitloses Design - das ist schließlich das tägliche Geschäft von Günter Fink. Auch privat hat der Einrichtungsprofi damit seine Linie gefunden.

Foto © Oliver Wolf

Südländisches Flair, Wärme, Geborgenheit und eine Formsprache, der man keine Jahreszahl ansieht. Das war das Wunschprogramm, als Günter Fink und Andrea Ziesler vor mittlerweile vier Jahren ans Hausbauen im steirischen St. Stefan im Rosental dachten.

Als Innenarchitekt und Geschäftsführer einer der vier österreichischen Premium-Partnerbetriebe der Neuen Wiener Werkstaette hatte der Hausherr dabei freilich einen Startvorteil. Den Plan für sein eigenes Familiendomizil an einem sonnigen Hang hatte er schnell im Kopf: Ein reiner Bungalow ging sich auf dem Grundstück nicht aus. Dennoch sollte das Haus mit seinen etwa 190 m2 Wohnfläche außen möglichst eingeschoßig wirken. Der Trick dabei: "Durch die Hohlkehle unter dem Dach wirkt das Haus viel niedriger als es ist", erklärt Fink. Tatsächlich öffnet sich der Raum gleich im Entree fünfeinhalb Meter hoch. Eine doppelte Treppe zur Galerie im Obergeschoß sorgt hier für schlossartige Dimensionen. "So eine Treppe wollte ich schon immer", bekennt der Hausherr.

Warm und großzügig

Das Gesamtkonzept für sein Haus lässt sich an dieser "Verkehrszone" gut ablesen: gedämpfte, warme Farben, unverwüstlicher Eichenparkettboden und hohe, weiße Sesselleisten, die gemeinsam mit den weißen Türen und Fensterrahmen eine Art Passepartout für eine Einrichtung abgeben, die im Prinzip jede Farbe und Form haben kann. Dass es sich im Hause Fink-Ziesler dabei fast ausschließlich um Möbel der Neuen Wiener Werkstaette handelt, versteht sich von selbst.

Finks Herausforderung war privat wie beruflich dieselbe: Wie schafft man Räume, die in Höhe und Weite die üblichen Dimensionen sprengen und einen dabei dennoch wie ein gemütliches Polstermöbel umarmen? Die Antwort liefert das Wohnzimmer der Familie: ein 60 Quadratmeter großer Bereich mit vier Meter Raumhöhe im Relax- und Essbereich. Warme Beige- und Brauntöne sowie Vorhänge, die sich von der Decke bis zum Boden ziehen, sorgen für Erdung. Der offene Kamin mit Steinverkleidung lädt zusätzlich ein, gleich Wurzeln zu schlagen.

Im Sommer sind die Terrassentüren hier immer offen und machen den Wohnraum doppelt und dreimal so groß: Die L-Form des Gebäudes schafft nämlich einen geschützten Innenhof, der im Sommer zum grünen Wohnzimmer wird. Ein "Arkadengang" verstärkt das Urlaubsflair. Kein Wunder, dass der Bauherr darauf bestand, das Elternschlafzimmer im Erdgeschoß anzulegen. "Weil ich in der früh gleich ebenerdig in den Garten gehen will", sagt er. Der Raum im Obergeschoß liegt noch großteils brach.

Einstweilen hat unter dem Dach nur Klein-Klara (2 Jahre) ihr Reich: "Ihr Zimmer ist mit seinen vielen Winkeln sicher das verspielteste im Haus," erzählt der Hausherr und Planer.

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Was & wer

  • Günter Fink führt mit seinem Partner die Konrad & Fink GmbH in Graz bzw. die Neue Wiener Werkstaette Graz. Tel: (0316) 91 98 07

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