25. Dezember 2014, 21:42 Uhr | Aktualisiert vor - min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 18.04.2012 um 14:11 UhrKommentare

Lust auf Exoten im eigenen Garten

Sie gelten als exklusiv und selten, dabei gibt es rund 30.000 Arten: Orchideen. Die Zimmer haben sie schon erobert, jetzt sind unsere Gärten dran.

Foto © Ploberger

Orchideen sind bei uns heimisch. Wer im Frühsommer in die Berge wandert, der findet eine der schönsten, aber auch seltensten und damit streng geschützten Arten: den heimischen "Gelben Frauenschuh". Botanisch heißt er Cypripedium calceolus und wächst an sonnigen Waldlichtungen mit humosem Boden. Der Standort sollte nicht zu trocken, aber auch nicht zu feucht sein. Unbedingt benötigt diese Orchideenart Kalk im Boden. Und noch etwas braucht diese Orchidee: absolute Ruhe!

Besser kaufen

Daher ist das Ausgraben einer wild wachsenden Pflanze nicht nur ein Naturschutzdelikt, es bringt auch keine Freude. Diese Pflanzen wachsen im Garten nicht weiter und der schon sehr geringe Bestand ist dadurch noch gefährdeter. Pflanzenfreunde müssen aber nicht traurig sein, denn es ist gelungen, in Kulturen diese heimischen Orchideen nachzuziehen. Sie werden in größeren Mengen im Handel angeboten - und das alles zu akzeptablen Preisen.

Noch viel wuchskräftiger ist die Königsorchidee (Cypripedium reginae), die ursprünglich in Amerika beheimatet war und aus deren Wildformen zahlreiche besonders schöne Züchtungen hervorgegangen sind. Gerade sie bringen viele Gartenliebhaber auf die Idee, es einmal mit dieser Pflanzenart zu versuchen.

Diese Experimente lohnen sich, denn die Ansprüche sind viel geringer, als man denkt. Einzig die Durchlässigkeit des Substrats muss gewährleistet sein und die Versorgung mit viel mehr Dünger, als man denkt. Das erfolgt im Biogarten einfach durch Laubkompost und Hornspäne.

Nachbarn schützen

Aufpassen sollte man auf benachbarte Pflanzen. Der Wurzeldruck entzieht oft zu viele Nährstoffe und lässt den Zuwachs an Trieben und Blüten schrumpfen. Hauptblütezeit ist Ende Mai, Anfang Juni - dann sind diese gewaltigen "Frauenschuhe" der Blickpunkt im Garten. Je nach Witterung - für zwei bis drei Wochen.

Etwas ganz Besonderes sind die Tibetorchideen, botanisch Pleione. Diese aus dem Himalaya stammenden Orchideen haben einen ganz einzigartigen Rhythmus, der ein wenig Fingerspitzengefühl bei der Pflege braucht. Jetzt im Frühjahr erscheinen die gewaltigen Blüten direkt aus der Erde ohne ein einziges grünes Blatt. Ab diesem Zeitpunkt beginnt man leicht zu gießen, dann kommen die ein bis zwei Laubblätter, die bis Oktober gut 20 bis 30 Zentimeter groß werden.

Trocken überwintern

Wird es kühler, beginnt die Laubfärbung, ab diesem Zeitpunkt darf nicht mehr gegossen werden. In einem kühlen, frostfreien Raum überwintern diese Orchideen bei absoluter Trockenheit, um dann ab April wieder mit ihren herrlichen Blüten zu überraschen. An geschützten Stellen gibt es eine Art, die auch bei uns im Freien - geschützt - überlebt: Pleionoe formosana. Ab und zu findet man sie im Regal mit Blumenzwiebeln.

Orchideen sollte man nur im Fachhandel oder im Internet bei vertrauenswürdigen Adressen kaufen. Nur dort ist garantiert, dass die Qualität stimmt und die Pflanzen nicht aus der Natur "geraubt" wurden.

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