24. November 2014, 17:27 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 08.07.2012 um 09:53 UhrKommentare

In drei Tagen dreimal von Unwettern heimgesucht

Seit Mittwoch wurde Edelschrott dreimal von schweren Unwettern heimgesucht. Wieder heißt es aufräumen - und die Angst bleibt, dass neue Niederschläge die Lage verschärfen.

Foto © X-Press

So etwas hat es bei uns noch nie gegeben", schüttelt eine Weststeirerin den Kopf, während sie mit mehreren Verwandten Koffer und Habseligkeiten zum Auto trägt. Die gehören ihrer Mutter (83) aus Edelschrott, die nach dem schweren Unwetter im Bezirk Voitsberg am Donnerstag ihr Haus verlassen musste. Die Wassermassen hatten die gesamte Straße zu ihrem und mehreren anderen Häusern unterspült und zum Teil weggerissen. Während die anderen Häuser nicht bewohnt oder über andere Zufahrten erreichbar sind, war das bei dem Haus der 83-Jährigen nicht möglich. "Über die kaputte Straße kann sie nicht einmal gehen", so die Tochter. Einen Meter und tiefer sind die Löcher in der Fahrbahn, zum Teil sind Erdleitungen freigelegt.

Nur ein paar Hundert Meter weiter vernagelt eine Familie die Kellertür ihres Hauses an der Herzogbergstraße mit Holzbrettern. Die Eltern mussten die Nacht im Haus ihres Sohnes in der Nachbarschaft verbringen - wobei es einige Überzeugungskraft der Einsatzkräfte brauchte, dass sie das Haus überhaupt verließen. "Es musste aber sein, weil Gefahr im Verzug war", sagt Georg Preßler, Bürgermeister von Edelschrott. Die Herzogbergstraße ist derzeit gesperrt, weil die Verbindung von Edelschrott nach Modriach zum Teil stark unterspült ist und Fahrbahnteile abzustürzen drohen.

Nach Mittwoch und Donnerstag war am Freitagabend zum dritten Mal hintereinander ein schweres Unwetter über Edelschrott niedergegangen. "Wir haben nach jedem Unwetter Sofortmaßnahmen ergriffen, Straßen kurzfristig saniert. Aber mit jedem neuen Starkregen wurde alles wieder weggespült", schildert Preßler. Und die Schäden wurden jedes Mal schlimmer. "Schon nach dem zweiten Unwetter hat es eine erste Begutachtung gegeben. Der Schaden lag bei mehreren Hunderttausend Euro. Jetzt ist er aber um ein Vielfaches höher", so Preßler, der in seinem Ort Katastrophenalarm ausgerufen hat.

Badevergnügen?

Immer wieder kommen Badegäste zu Fuß an den Schadstellen vorbei, um in der Hirzmannsperre schwimmen zu gehen. "Grazer und Wiener", glauben Anrainer zu wissen. Zwischen Treibholz suchen die Gäste in dem dunkelbraun gefärbten Wasser ihr Badevergnügen. In Sichtweite wird ein Feuerwehranhänger mit Sandsäcken beladen. "Ich bin seit Mitternacht im Einsatz. Die Sandsäcke sind eine Vorsichtsmaßnahme, falls es wieder regnet", so ein Helfer der FF Edelschrott.

Auch am Packer Stausee, an dessen Ufer unzählige Baumstämme und Äste angespült wurden, steigen Urlauber ins Wasser. Nur wenige Meter davon entfernt steht Karl Weber (65) aus Voitsberg vor seinem Ferienhaus. Die Straße darunter wurde durch die Fluten Donnerstagabend völlig zerstört. Während Weber noch zu seinem Haus kann, ist die Zufahrt zu zwei Gehöften nicht möglich. Die Traktoren müssen in der Garage bleiben, für Autos gibt es aber eine Ausweichstraße. "Und unser Badeplatz am Stausee wurde komplett weggeschwemmt", klagt Weber.

In Fluttendorf in Mooskirchen schlug ein Blitz in ein Wohnhaus ein. 78 Kräfte von fünf Feuerwehren kämpften gegen den dadurch ausgelösten Dachstuhlbrand. Verletzt wurde niemand.

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