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Zuletzt aktualisiert: 04.07.2012 um 20:19 UhrKommentare

"Sparzwang kostet Arbeitsplätze"

Wirtschaft sieht Rückgang bei Investitionen der öffentlichen Hand als Hauptgrund für die hohe Arbeitslosigkeit in der Steiermark. Kritik am harten Sparkurs von Land und Bund.

Foto © APA

Mit dem Zuwachs von elf Prozent bei den Arbeitssuchenden im Juni behält die Steiermark die rote Laterne auf dem österreichischen Arbeitsmarkt. Auch nach der jüngsten Zwischenbilanz erfolgt ein Aufschrei von Wirtschaftstreibenden - meist mit ähnlicher Stoßrichtung.

"Die traurige Spitzenposition der Steiermark ist untrennbar mit dem Umstand verbunden, dass sich die öffentliche Hand bei der Investitionstätigkeit weit zurückgezogen hat", übt nun auch Jörg Siegel, Vorstand der Mandlbauer AG, Kritik am harten Sparkurs von Land und Bund. Das Baugewerbe ist davon besonders stark betroffen. "Bei uns fängt derzeit noch der Hochbau den Tiefbau auf. Aber es sind auch schon nachgelagerte Branchen betroffen." Mandlbauer beschäftigt in der Sparte Bau rund 500 Mitarbeiter.

Am stärksten zu bemerken sei die Investitionsbremse laut Siegel im Straßenbau. Hier kommt verschärfend hinzu, dass viele Gemeinden finanziell ausgeblutet sind. Das rund 5000 Kilometer umfassende Netz der Landesstraßen ist in der Steiermark zum Teil in desaströsem Zustand. Warnende Stimmen, dass dies dem Wirtschaftsstandort Steiermark massiv schaden kann, gibt es zuhauf. Johannes Schick, Vorstandsvorsitzender von Stölzle Oberglas in Köflach, erklärt im Gespräch mit der Kleinen Zeitung: "Wenn Betriebe wegen mangelnder Infrastruktur nicht mehr erreichbar sind, ist die Abwanderung nur eine Frage der Zeit." Wichtiger Nachsatz: Stölzle Oberglas stellt den Standort Köflach nicht infrage.

Walter Lackner, Vertreter der Bauindustrie in der Wirtschaftskammer, beziffert den Auftragsrückgang im Tiefbau mit 25 Prozent. "Ich bin nicht gegen das Sparen", setzt Jörg Siegel (Mandlbauer) nach, "aber das darf nicht zulasten der Investitionen gehen. Das fördert insbesondere die Jugendarbeitslosigkeit."

Die Initiatoren der Kampagne "Sichere Straßen" beziffern den Bedarf für Sanierungen mit 57 Millionen Euro, zur Verfügung stehen wegen des Sparbudgets nur 23 Millionen. Bis dato wurden 10.000 Unterschriften von Unterstützern gesammelt.

www.sichere-strassen.at

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