23. November 2014, 23:17 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 14.06.2012 um 20:16 UhrKommentare

Alte Laster werden ausgesperrt

Seit 1. Juni werden alte Lkw aus Gebieten mit einer hohen Feinstaubbelastung "verbannt". Trotz Förderungen für eine Neuanschaffung ist das für viele Betriebe ein Problem.

Seit 1. Juni gelten in weiten Teilen der Steiermark Fahrverbote für alte Lkw, auch ein Großteil des Bezirks Voitsberg gilt als Feinstaub-Sanierungsgebiet und ist von den Fahrbeschränkungen betroffen.

Für welche Gefährte wurden die Fahrverbote verordnet, und welche Gebiete umfasst diese Beschränkung? "Diese Regelung gilt grundsätzlich für alle Lastkraftwagen, Sattelkraftfahrzeuge und Sattelzugfahrzeuge mit einem höchsten zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 7,5 Tonnen, welche vor dem 1. Jänner 1992 erstmals zum Verkehr zugelassen worden sind oder schlechtere Werte aufweisen, als Abgasnorm Euro I vorsieht", erklärt Verena Peer, Leiterin des Sicherheitsreferats der Bezirkshauptmannschaft Voitsberg.

Mit Jahresbeginn 2013 und 2014 folgen weitere Verbote für Lkw mit Abgaswerten schlechter als Euro II und III. Als Sanierungsgebiete gelten in der Region die Gemeinden Bärnbach, Köflach, Krottendorf-Gaisfeld, Ligist, Maria Lankowitz, Mooskirchen, Rosental, St. Johann-Köppling, St. Martin am Wöllmißberg, Söding, Södingberg, Stallhofen und Voitsberg.

Die Fahrbeschränkungen bringen zwar eine Verbesserung der Luftgüte mit sich, stellen aber für viele Betriebe der Region ein gewaltiges Problem dar, wie Gerhard Streit, Regionalstellenleiter der Wirtschaftskammer Voitsberg, erläutert: "Vor allem Baufirmen und Frächter sind von dieser Regelung stark betroffen, da viele Firmen teure Spezialfahrzeuge besitzen, diese aber nur fallweise und auf Kurzstrecken einsetzen. Eine Erneuerung ist für sie ein gewaltiger Aufwand." Dies trifft beispielsweise auf die Firma Franz Koch Container, Transporte und Baustoffe in Voitsberg zu: "Mit 2013 müssen wir 50 Prozent unseres Fuhrparks erneuern, das sind vier Fahrzeuge, die aber alle nur eine geringe Kilometerleistung im Jahr haben. Das ist eine finanzielle Belastung für das Unternehmen", so Koch.

Existenzprobleme

Bei der Firma Franz Koren, Erdbau in Krems, steht seit 1. Juni einer der Lkw still. Der "Brummi" ist zwar 33 Jahre alt, fährt aber im Jahr maximal 2000 Kilometer. "Eine Neuanschaffung kostet ein Vermögen, der alte Lkw ist aber nichts mehr wert. Und mit 2014 müssen wir einen weiteren stilllegen", berichtet Koren. "Wenn das so weitergeht, muss ich mir überlegen, ob ich nicht meinen Betrieb zusperren muss."

Für die Fahrverbote gelten auch Ausnahmen, wie beispielsweise für Einsatzfahrzeuge, historische Lkw oder jene mit kostenintensiven Spezialaufbauten. Anträge dafür können bei der HB Voitsberg eingebracht werden. "Vielleicht werde ich meinen Allrad-Lkw als historisches Fahrzeug anmelden, schließlich ist er schon über 30 Jahre alt und fällt somit in die Ausnahmeregelung", überlegt Koren.

Fördermaßnahmen

An Unternehmen, die sich neue Fahrzeuge anschaffen müssen, richtet sich die Fördermaßnahme der Wirtschaftskammer Steiermark: Ersetzt ein Unternehmer seinen alten Lkw durch einen neuen emissionsärmeren, werden ihm pro Fahrzeug 5000 Euro zur Verfügung gestellt. Pro Unternehmen werden maximal drei Anschaffungen gefördert.

Zumindest sind durch die Fahrverbote nicht nur einheimische Lkw betroffen, sondern auch im Ausland zugelassene "Stinker". "Die Einhaltung überprüft die Polizei im Zuge der normalen Kontrollen. Bei einem Verstoß gegen die Fahrverbote können laut Immissionsgesetz Luft Strafen bis zu 2180 Euro drohen", informiert Peer.

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