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Zuletzt aktualisiert: 30.03.2012 um 20:30 UhrKommentare

"Es herrscht ein ständiges Kommen und Gehen"

Die Exponate im Hausmuseum Plos begeistern nicht nur die Besucher. Sie dienen auch als Requisiten für viele Theatergruppen im Bezirk.

Foto © Foto: Karl Mayer

Ich sammle seit meinem fünften Lebensjahr", schmunzelt die 72-jährige Senior-Chefin des Gasthauses Hubertushof in Maria Lankowitz. Und sie sammelte alles, was mit dem Markt und Wallfahrtsort sowie der Gastwirtschaft in Zusammenhang zu bringen ist. "Immerhin sind wir bereits in der fünften Generation Gastwirte", schildert die leidenschaftliche Sammlerin. Ihre Schätze bewahrt sie in den ausgebauten Kellerräumen auf, fein säuberlich in Regale, Schränke und Kästen untergebracht und nach Themen geordnet. "Unser Museum lebt, es ist ein ständiges Kommen und Gehen", verweist Maria Plos auf allerlei Krimskrams, das darauf wartet, in Schachtel verpackt zu werden. "Denn zu uns kommen Theatergruppen aus Nah und Fern, um sich passende Requisiten für ihre Aufführungen auszuborgen." Egal, ob bürgerliches Geschirr, eine alte Arzt-Tasche, Schulrequisiten, Kleidungsstücke, altes Handwerkzeug, Küchengerät - das Hausmuseum beim Plos hat einen großen Fundus.

"Natürlich führe ich auch gerne Gäste durch meine Sammlung", schildert die Wirtin, "die Leute vergessen beim Schauen und Zuhören oft die Zeit, bleiben länger als geplant in Maria Lankowitz."

Plos kennt praktisch zu jedem Gegenstand die Geschichte. Ob es das Spezial-Bügeleisen vom ehemaligen Hut-Erzeuger im Ort ist oder die erste "Waschmaschine", die ähnlich den früheren Butter-Kübeln noch händisch betrieben wurde, ihre Schilderungen versetzten die Besucher in Staunen. Während des Rundganges zeigt Plos immer wieder auf Spuren, welche an das große Hochwasser im Jahr 1994 erinnern. "Damals waren die Räume voll mit Schlamm und Wasser. 30 Frauen und Männer haben uns geholfen und wochenlang die Exponate gereinigt", erinnert sie sich. "Zum Glück hatten wir damals im Gästehaus gerade eine Ausstellung bestückt, wodurch ein guter Teil meiner Sammlung verschont blieb."

Die Liebe zu Puppen

Ein eigener Raum ist den rund 250 Puppen gewidmet, die Plos gesammelt hat. "Viele davon brachte mir mein Gatte von seinen Konzertreisen mit dem Steiner Franz aus aller Herren Länder mit", freut sich die Maria Lankowitzerin noch heute über die Aufmerksamkeit ihres Ehemannes Adi. Viele Puppen bekam sie auch von ihren insgesamt 42 Lehrlingen, welche im Gastbetrieb ausgebildet wurden, geschenkt. Und unter den Puppen befindet sich auch das Lieblingsstück ihrer gesamten Sammlung. "Ich bekam sie im Vorjahr von Ludmilla Kozlik, einer 97-jährigen Dame aus Voitsberg", so Plos. "Sie hatte sie von ihrem Gatten, der dann im Krieg fiel. Aber die Puppe überstand die Wirrnisse der Kriegs- und Nachkriegszeit." Nun hat sie einen ganz besonderen Ehrenplatz in der Sammlung von Maria Plos.

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Museumsinfo

  • Das Hausmuseum Plos befindet sich im Gasthof Plos, Josef Gauby-Straße 53, Maria Lankowitz.

    Öffnungszeiten: Bei freiem Eintritt während der Gasthaus-Öffnungszeiten.

    Führungen macht Maria Plos gerne gegen telefonische Voranmeldung unter (03144) 22 47.

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