Zuletzt aktualisiert: 11.03.2016 um 18:00 UhrKommentareViehversteigerung

Niedriger Milchpreis: Meisterzüchter hört auf

Lange galt Franz Lendl aus Floing als einer der erfolgreichsten Fleckvieh-Züchter der Steiermark. Aufgrund der Milchpreise macht er damit Schluss und versteigert am Samstag seine gesamte Herde.

Franz Lendl versteigert am Samstag seine Milchkühe Foto © Robert Breitler

"Die Wonne, das war meine Wahnsinnskuh“, erzählt Franz Lendl, Landwirt aus Floing. „Vier Mal war ich mit ihr bei der Steiermarkschau“, erinnert er sich. Dorthin schaffen es nur die besten Zuchtrinder der Steiermark. Eine Plakette vom steirischen Zuchtverband an der Stalltür zeigt, dass Wonne eine „Lebensleistung“ von mehr als 70.000 Kilogramm Milch geschafft hat. Neben der von Wonne hängen auch noch die Plaketten von Mali, Hermi, Diba, Freude, Efi und so fort – als Auszeichnung für den erfolgreichen Fleckvieh-Zuchtbetrieb Lendl.

„Ja, meine Herde dürfte nicht so schlecht sein“, meint Lendl bescheiden. Seit rund 20 Jahren ist er auf die Züchtung von Milchkühen spezialisiert. „Und während der Landesschnitt bei rund 7000 Liter Milch pro Kuh ist, liegen wir bei rund 10.500 Liter“, sagt Lendl. Doch damit ist jetzt endgültig Schluss! Am Samstag lässt Lendl alle seine Milchkühe und Kälber direkt ab Hof versteigern – insgesamt 34 Stück.

 

Die Versteigerung

Franz Lendl (Floing 32) versteigert am Samstag seine leistungsstarke Fleckvieh-Herde. Tierkatalog: www.rinderzucht-stmk.at
Angebot: 34 Stück (Kühe und weibliche Jungtiere)
Herdendurchschnitt: 10.458 Kilogramm Milch, 3,91 % Fett, 3,43 % Eiweiß.
Besichtigung: Samstag, 12. März, ab 10 Uhr.
Versteigerung: Samstag, 12. März, ab 13 Uhr.

„Wir haben in einem Jahr mit 17 Kühen rund 160.000 Liter Milch abgeliefert. Dass ein Betrieb mit einer derart hohen Milchleistung aufhört, ist wohl einzigartig im Zuchtverband. Aber wenn es mit dem Literpreis nicht passt, helfen dir die vielen Liter auch nichts“, sagt Lendl. Bei einem Milchpreis von derzeit nicht einmal 30 Cent pro Liter sei die arbeits- und kostenintensive Milchviehwirtschaft einfach nicht mehr zu machen. „Ursprünglich waren wir 36 Bauern hier heroben, die Milch gemacht werden. Jetzt waren wir noch drei und bald sind es nur mehr zwei. Irgendwie müsste da jemand zum Nachdenken anfangen“, fordert Lendl mehr Einsatz vonseiten der Politik.

In Zukunft mit Murbodnern

Mit der Landwirtschaft aufhören wird Lendl aber trotzdem nicht. „Dafür bin ich zu sehr Bauer“, sagt er und stellt den gesamten Betrieb auf Murbodner, eine Fleischrasse um. „Dadurch, dass wir jetzt andere Tiere haben, trenne ich mich leichter von meiner Herde. Wenn es ganz aus gewesen wäre, wäre es schon schwierig“, gesteht Lendl ein.

Warum gerade Murbodner? „Mein Sohn Stefan, der den Hof einmal übernehmen wird, schwärmt schon immer für diese Rasse“, erzählt Lendl. Außerdem gebe es für das Fleisch vom Murbodner-Rind einen fairen Preis. „Zumindest im Moment“, schränkt Lendl ein. „Wenn dann aber immer mehr Bauern auf Murbodner umstellen, kann sich das natürlich auch wieder ändern. Als Bauer musst du dich aber immer wieder umorientieren. Du kannst nicht sagen: Das habe ich immer so gemacht und so muss das auch bleiben.“

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24 Kommentare

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wildeschorschi am 12.03.2016 12:46 Kommentar melden

Solange

ein Zuckerwasser mehr als ein Liter Milch kostet kann das nicht gutgehen,es dürften nicht so viele hochbezahlte Manager und Berater in der Bauernkammer mitreden,dann wäre nähmlich der Milchpreis auch höher wieso muß der zwischenhandel so viel verdienen wieso wird überhaupt Milch eingeführt wieso werden Butter und Käse der von uns die beste Qualität bietet ausgeführt und minderwertige Produkte importiert Fragen über Fragen man kann das als leie nicht nachvollziehen.
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PinkCinderella69 am 11.03.2016 21:11 Kommentar melden

Das passt schon so.

Wer braucht heutzutage noch Bauern?
Eigentlich niemand.
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Antwort von picaso am 12.03.2016 17:03 Kommentar melden

Dumm!

Einfach nur DUMM!
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Antwort von Oidafuchs am 11.03.2016 21:44 Kommentar melden

Du

vielleicht nicht, gehörst wahrscheinlich zu der generation die glaubt das alles aus dem automaten kommt.
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socke1 am 11.03.2016 21:06 Kommentar melden

Wohin wird diese Entwicklung noch führen?

Es werden noch viele Milchbauern dem Franz Lendl folgen und wir werden Milchpulver aus den USA importieren...
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Antwort von alfa1 am 11.03.2016 21:08 Kommentar melden

TTIP

lässt Grüßen!
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Antwort von Lodengrün am 11.03.2016 21:39 Kommentar melden

Wie man

das mit roten Strichen versehen kann ist mir schleierhaft. Dieses TTIP ist eine Schnapsidee.
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hw101 am 11.03.2016 20:28 Kommentar melden

70 Tonnen Milch im Jahr...

...zwangsgeschwängert und das Kalb dann künstlich ernährt, nur um die Milch zu verhökern! Ist so wie mit den Bienen deren Wintervorrat Honig geraubt und durch Zuckerteig ersetzt wird.

Wider der Natur - das ist dann BIO!

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Antwort von alfa1 am 11.03.2016 20:42 Kommentar melden

Hallo hw101 mit

den Zahlen hast Du es noch nicht ganz.
Die 70 Tonnen lese ich nirgends jährlich heraus, nur kritisieren des kritisierens Willens ist nicht gut.
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herhan am 11.03.2016 19:46 Kommentar melden

Hut ab!!!

vor der Entscheidung in so schwierigen Zeiten einen neuen Weg einzuschlagen und vor allem nicht den Kopf in den Sand zu stecken!

Jede Ära geht zu einmal zu Ende - doch jedes Ende ist ein Anfang!

Wünsche viel Freude und züchterischen Erfolg mit den Murbodnern!!!
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tannenbaum am 11.03.2016 19:38 Kommentar melden

Fair wäre, wenn der Bauer uns wissen lassen würde, wieviel er so an Förderungen im Jahr bekommt!
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Antwort von alfa1 am 11.03.2016 20:46 Kommentar melden

Die Förderungen bekommen

die Konsumenten, für 1 Liter Milch 29 Cent, da kostet das abgefüllte Wasser schon viel mehr.
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Antwort von Oidafuchs am 11.03.2016 20:30 Kommentar melden

Mach

dich mal schlau wer den großteil der förderungen kassiert, da gibts grosse unterschiede, oder glaubst echt wenns so viel geld wäre was die bauern bekommen, das dann im schnitt 2-3 bauern täglich zusperrn.
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Antwort von Sukramztup am 11.03.2016 20:21 Kommentar melden

Re:

Jedes mal das selbe schwachsinnige Argumente von dir. Wenn wir Bauern für die Produkte die wir produzieren faire Preise bekommen, breuchten wir keinen Cent von der EU.
Zudem sind das keine Förderungen, lediglich Ausgleichzahlungen!
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Antwort von spreitzi02 am 11.03.2016 20:41 Kommentar melden

Ausgleichszahlung

Richtig! Das sind Ausgleichszahlungen weil wir Unmengen an Auflagen zu erfüllen haben und in allem die Umwelt und die Menschen Vorrang haben. Und die Zahlungen sind natürlich nur Förderungen der Konsumenten weil die sonst den realen Preis nicht zahlen könnten!! Damit das klar ist!! Förderungen sind dazu da um den Konsumenten billige Lebensmittel zu geben. Sonst nichts!!
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Hubert9065 am 11.03.2016 19:06 Kommentar melden

Hubert sagt

Aber die EU ist super. Warum wollen alle bei einem solchen Verein bleiben?
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Antwort von paulrandig am 11.03.2016 19:44 Kommentar melden

Hubert

Weil's ohne den Verein noch schlimmer wär'.
Wir exportieren viel, was sonst wegfiele, wir importieren aber auch viel, zum Beispiel Gerät und sonstiges Zubehör für Bauern. Das wäre alles sonst noch teurer.
Der Verein ist alles andere als super, die beste Möglichkeit ist aber zu versuchen ihn zu verbessern.
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ami666 am 11.03.2016 19:01 Kommentar melden

Ö Politik

Lieber Milchbauern ! nicht die Ö -Politiker. ....die eh nichts mehr zum mitreden haben sind verantwortlich sonder DIE die in der EU sitzen..!!!!und den Markt reguliert! !!!!!! und wer am besten Lobby macht überlebt und da sind unsere Politiker wie weg .......
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MartinP am 11.03.2016 18:42 Kommentar melden

Wird die Stainzer Milch

nun auch schon von polnischen Kühen produziert und nur in der Stmk verpackt?
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Antwort von alfa1 am 11.03.2016 19:04 Kommentar melden

Die Berglandmilch

soll das beantworten!
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Antwort von ami666 am 11.03.2016 19:03 Kommentar melden

nein

von den Russen zernobil den die Milch soll ja leuchten beim trinken. ..darum auch mehr Umsatz. ......
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alsoalso am 11.03.2016 18:28 Kommentar melden

vor 50 Jahren wurden die Murbodner ....

auf anraten der kammer ausgerottet ....und jetzt wieder gefördert .... damals um viel Geld teures Fleckvieh gekauft ....mit viel zukaufsfuttermittel und Tierarzt zur milchübnerproduktion beigetragen ... das ist kammerberatung
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Antwort von alfa1 am 11.03.2016 19:05 Kommentar melden

50 Jahre

gut gegangen!
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Antwort von alsoalso am 11.03.2016 21:58 Kommentar melden

aber nur kurzfristig....

....gut gegangen . Von Nachhaltigkeit keine Spur !
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