22. Dezember 2014, 08:46 Uhr | Aktualisiert vor - min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 12.02.2011 um 20:16 UhrKommentare

Geht es um Eis, schmilzt er dahin

Sich selbst loben will Peter Kinnreich nicht. Aber seine Gemeinde ihn. Denn seit gut 20 Jahren kümmert sich der Koglhofer um die Eissportanlage im Ort. Bei Tag und vor allem bei Nacht. Und: ehrenamtlich. Ein Heinzelmännchen erzählt.

Foto © Schrei

Nachts durchschlafen? Zwei Sorten Menschen können davon nur träumen: die Eltern kleiner Kinder und Peter Kinnreich. Drei bis vier Mal die Nacht steht er auf, verlässt das Haus und kehrt erst nach jeweils eineinhalb Stunden wieder zurück. Doch sind es nicht leere Babybäuche oder volle Windeln, die Kinnreich den Schlaf rauben. Es ist das Eis, das ihn ruft. Das Eis der Koglhofer Eissportanlage.

Seit gut 20 Jahren ist der Pensionist - selber begeisterter Eisstockschütze und Eisläufer - für das Eis verantwortlich. "Ende November, Anfang Dezember verfolge ich das Wetter genau. Wenn es fünf Tage lang friert, passt der Boden", erklärt er.

Dann macht er sich ans Werk. Bringt alle paar Stunden in der Nacht mit einem Wasserschlauch eine dünne Eisschicht auf. Mindestens zwei Wochen lang. Penibel und regelmäßig. "Jede Minute zählt, wenn man das Eis perfekt haben will", sagt Kinnreich. Und das will er, weil "wenn ich's mach, mach ich's g'scheit."

Nach gut zwei Wochen hört das Gießen auf und das Hoffen fängt an. Hoffen, dass es nicht wieder taut. "Einmal hatten wir sogar noch nach dem 15. Dezember Föhnwetter und die ganze Arbeit war umsonst", erzählt Kinnreich. Da gefriert selbst einem Eisprinzen wie ihm das Lachen. "In solchen Momenten denkt man an eine Eishalle und Kunsteis. Aber dann fängt man doch wieder von vorne an", sagt er.

Ist das Eis "fertig", will es gepflegt werden. Die ganze Saison hindurch - also durchaus bis Mitte März - schiebt Kinnreich abends den Bürstenwagen über die Plätze, um das Eis zu glätten und dann wieder eine neue Eisschicht aufzubringen.

Anfangs, in den 70ern, hatte Kinnreich nur den 400 Quadratmeter großen Eislaufplatz zu beackern, den er und seine Kumpanen damals mit Eimern voll Wasser aus der daneben fließenden Feistritz "angeschüttet" haben. Später kamen 1000 Quadratmeter Eisstockbahnen und diesen Winter 1700 Quadratmeter Eishockeyplatz des EC Anger dazu.

Die Arbeit macht Kinnreich zum größten Teil alleine. Und ehrenamtlich. "Es kann eben nur einer machen, der die Liebe dazu hat, der in der Nähe wohnt und der auch Zeit hat", sagt der Pensionist. Auch seine Arbeitsgeräte sind großteils noch dieselben wie früher. "Dafür ist die Fläche jetzt eigentlich viel zu groß", sagt Kinnreich. Nein, vom Durchschlafen nachts träumt er nicht. Aber von einem kleinen Traktor mit Bürste und Fräse vielleicht...

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