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Zuletzt aktualisiert: 03.01.2013 um 16:27 UhrKommentare

Weststeirer fuhr in Slowenien Amok

Eine wilde Verfolgungsjagd auf einer slowenischen Autobahn hat am Donnerstag mit einem schweren Unfall geendet. Dabei verletzte ein Weststeirer zwei Polizisten und sich selbst und tötete zwei Polizeihunde.

Foto © APA/Feuerwehr Gars Jesenice

Am Donnerstag kurz nach ein Uhr früh im Norden Sloweniens: Eine Polizeistreife führt im Kreisverkehr Hrast auf der Bundesstraße, unweit des Flughafens Brnik, Verkehrskontrollen durch. Dabei nähert sich den beiden Beamten ein BMW mit österreichischem Kennzeichen - der Lenker fällt durch seine unsichere, rücksichtslose Fahrweise auf.

Die slowenischen Polizisten wollen ihn deshalb kontrollieren, doch der BMW-Fahrer, ein 29-jähriger Mann aus Deutschlandsberg, ignoriert ihre Haltezeichen. Er gibt Vollgas und fährt über die Auffahrt Sencur auf die Autobahn A 2 in Richtung Karawankentunnel auf.

27 Kilometer weit geht die Wahnsinnsfahrt, bei der der Steirer gleich vier Polizeisperren durchbricht, mit Tempo 140 über einen auf der Autobahn liegenden Nagelgurt rast und danach die Fahrt auf drei Reifen fortsetzt.

Frontal gegen Polizeiauto

Der Polizist Postjan Pruger sitzt am Steuer des Streifenwagens, sein Kollege Uros Gartnr am Beifahrersitz, als der Amokfahrer das Polizeiauto mit 130 bis 140 km/h rammt. Die Polizisten fahren mit eingeschaltetem Blaulicht auf dem Pannenstreifen, sie sollen die Autobahnabfahrt Lece-Bled sperren. Doch dazu kommt es nicht mehr.

Ihr Dienstwagen wird 50 Meter weit über die Autobahn geschleudert. Pruger und Gartnr und ihre beiden Diensthunde, die im Kofferraum des Skoda in einer Transportbox liegen, müssen von der Feuerwehr aus dem Wrack geschnitten werden. "Mraki", der drei Jahre alte belgische Schäfer und "Bruno", ein deutscher Schäferhund, verenden noch im Auto.

"Wir haben geglaubt, jetzt ist alles aus", erzählt Polizist Uros Gartnr später im Spital von Jesenice. "Doch die Sicherheitsgurte haben unser Leben gerettet." Der Anprall war so heftig, dass der Lenker des Polizeiautos auf den Beifahrer geschleudert wird. Pruger wird dabei so schwer verletzt, dass er in die Uniklinik nach Laibach überstellt werden muss.

Der BMW landet nach der Kollision im Straßengraben, der 29-jährige Deutschlandsberger erleidet wie die Polizisten Kopfverletzungen. Der Mann dürfte auf der Rückfahrt von Ungarn gewesen sein, wo seine Mutter - der Vater ist bereits verstorben - ein Haus besitzt. Unklar ist derzeit noch das Motiv der Amokfahrt. Nach ersten Ermittlungen der slowenischen Polizei soll der Steirer jedoch psychisch krank sein und am Mittwoch die Einnahme seiner Medikamente vergessen haben.

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