27. November 2014, 15:27 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 27.12.2012 um 19:47 UhrKommentare

Feuerwerke: Laut ist out

Knallkörper im Wert von zehn Millionen Euro explodieren zu Silvester. Ein Verbot befeuert den Verkauf.

Foto © Marija Kanizaj

Am Himmel herrscht Krieg. Zumindest lassen es die Namen der Feuerwerkskompositionen vermuten, die in der Silvesternacht am Firmament explodieren werden: Sie nennen sich "Megafire", "Big Bang" oder "Hell Fire", man kann aber auch zum - angesichts des gewaltunterlegten Umsturzes in Libyen lautmalerisch wenig sensibel gewählten - Kugelraketenset "Trippolis" greifen, um dem Jahreswechsel entgegenzukrachen.

Zu Silvester verpuffen dieserart auch heuer wieder österreichweit binnen weniger Minuten rund zehn Millionen Euro. Wie viel davon in der Steiermark, lässt sich seriöserweise nicht herausfiltern, sagt Robert Siegert, Branchensprecher in der Wirtschaftskammer.

Serienzünder als Hit

Von einer Krise und dem eigentlich generell für Ortsgebiete geltende Feuerwerksverbot (sofern es keine Ausnahmegenehmigung des Bürgermeisters gibt) ist jedenfalls nichts zu merken, von einem Umdenken bei der Kaufentscheidung aber sehr wohl. Die akustischen Grenzen sind ausgereizt. Lauter geht es vielfach nicht mehr oder ist nicht mehr erwünscht, wie Experten bestätigen. Stattdessen setze man verstärkt auf optische Reize (Fontänen, Feuerräder, Vulkane).

Damit naht das Ende der konventionellen Raketen an der Spitze der Verkaufshitparade. In Bälde werden sie von Feuerwerksbatterien beziehungsweise Verbundfeuerwerken verdrängt werden. Mit einem Zündvorgang wird dabei eine rund zweiminütige Serie von Explosionskörpern aktiviert. Für den Kauf derartiger Effektprodukte gilt allerdings ein Mindestalter von 16 Jahren. "Wir kontrollieren die Ausweise sehr streng", betont Hermine Neubauer vom Verkaufsstand gegenüber des Grazer Ostbahnhofs: "Wenn etwas passiert, will ich nicht mitverantwortlich sein."

Unvermindert hoch im Kurs stehen auch bei ihr "Schweizer Kracher", vulgo "Piraten". Verkaufsfördernd wirkt, dass sie ab 4. Juli 2013 nicht mehr verkauft werden dürfen. Die Händler wollen demnach die Lager leeren, die Kunden noch schnell ein Depot anlegen. "Hamsterkäufe sind zu erwarten", glaubt Siegert.

Spenden statt Krachen

Pro Silvesternacht landen österreichweit rund eintausend Personen mit Hörschäden in den Krankenhäusern. Dazu kommen teilweise Verbrennungen. "Am besten aufs Krachen verzichten", rät man beim Roten Kreuz und bittet unter www.spendenstattkrachen.at um eine Umleitung der Gelder.

Strenge Alterslimits

An Jugendliche unter zwölf Jahren dürfen grundsätzliche keine Feuerwerkskörper verkauft werden. Für Wunderkerzen und Knallerbsen muss man älter als zwölf sein, für Knallfrösche Babyraketen oder Feuertöpfe wurde das Mindestalter von 18 auf 16 Jahre herabgesetzt. Die Strafe beträgt bis zu 3600 Euro.

Stress für Haustiere

"Lassen Sie Ihre Tiere in dieser Nacht nicht alleine", empfiehlt die Tierschutzorganisation Vier Pfoten. Konkret: Katzen nicht ins Freie lassen, Räume abdunkeln, Rückzugsgebiete schaffen. Hunde können im Vorfeld mit "Desensibilisierungs-CDs" an die erhöhte Lärmkulisse gewöhnt werden.

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