26. November 2014, 00:30 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 16.08.2012 um 18:26 UhrKommentare

Wo man als Motorradfahrer machtlos ist

Trauer um zwei Familienväter nach dem Unfalldrama von Ehrenhausen. Die Biker hatten fast keine Chance zu überleben.

Foto © FF EHRENHAUSEN

Nicht nur ihre Vorliebe für Motorräder teilten sich Alois L. (52) und Günter Josef S. (45) bei gemeinsamen Ausfahrten. Auch der Pferdesport war eine große Leidenschaft der zwei Südsteirer, die in derselben Straße in Neuweitendorf wohnten. Nur zwei Häuser liegen zwischen den beiden Familien, die jetzt um einen Vater bzw. Ehemann trauern. Am Mittwoch waren die beiden Motorradfahrer bei einem tragischen Verkehrsunfall in Ehrenhausen jäh aus dem Leben gerissen worden.

Der Unfall ist nach wie vor Gegenstand von Ermittlungen. Der 19-jährige Autolenker aus Gamlitz, der mit den Motorrädern frontal zusammengestoßen war, liegt leicht verletzt und mit einem schweren Schock im LKH Wagna und konnte noch nicht befragt werden. Der 19-Jährige galt bisher als unauffälliger Autolenker, er war zum Unfallzeitpunkt nicht alkoholisiert, dürfte aber zu schnell unterwegs gewesen sein.

Aufgerissener Tank

Dass die Fahrzeuge nach dem Aufprall sofort in Flammen aufgegangen waren, dürfte auf den aufgerissenen Tank eines Motorrades zurückzuführen sein. Doch für die beiden Familienväter hatte bereits der Aufprall tödlich geendet. Die Männer waren laut einem Zeugen vorschriftsmäßig und hintereinander unterwegs.

Suche nach Notausgang

Obwohl Frontalzusammenstöße mit anderen Fahrzeugen nur zehn Prozent der Motorradunfälle ausmachen, enden sie am häufigsten tödlich. "Von 76 getöteten Motorradfahrern in den letzten fünf Jahren, starben 35 bei einer Frontalkollision", weiß Dieter Krainz vom Kuratorium für Verkehrssicherheit. Biker könnten in solchen Momenten nur mit Glück und Erfahrung einen schweren Unfall verhindern. "Dann, wenn man einen Notausgang findet. Geübte Motorradfahrer haben diesen Ausweg aus gefährlichen Situationen ständig im Hinterkopf", erklärt Krainz. Voraussetzung dafür ist entsprechender Platz, wie ein Weg oder eine Wiese. Diesen hatten Alois L. und Günter Josef S. aber auf der engen Straße zwischen Leitschiene und Böschung nicht.

Ein Kriterium beim Motorradfahren sei, so Krainz, dass der Motorradfahrer immer den Fehler des anderen ausgleichen müsse. "Daher entwickelt man mit der Zeit so etwas wie einen sechsten Sinn, man lernt aus Fehlern." Auch der Trend zu SUVs bzw. Minivans gehe auf Kosten der Sicherheit. Diese hohen Fahrzeuge würden anderen Verkehrsteilnehmern die Sicht auf die ohnehin schwerer wahrnehmbaren Biker zusätzlich einschränken.

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