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Zuletzt aktualisiert: 17.04.2012 um 20:57 UhrKommentare

"Pfusch am Bau": Wenn Sparen die Zukunft verbaut

Bei ATV-Dreharbeiten von "Pfusch am Bau" stieß man in der Steiermark auf einen Rohbau, über den sogar ein Baustopp verhängt wurde.

Foto © ATV

Ein kühler Frühlingswind bläst über das Harterfeld in Frauental im Bezirk Deutschlandsberg. Gar frostig ist die Stimmung zwischen Familie Prietl und dem Bauträger, der dort ihr Häuschen errichtet oder besser gesagt unfachmännisch bastelt. Das junge Ehepaar hätte die bisher geleisteten 80.000 Euro genauso gut in irgendeinen Kanal werfen können: Die Mängel bei dem Rohbau sind dermaßen weitreichend, dass ein behördlicher Baustopp verhängt wurde. Ratlos riefen die Prietls bei ATV um Hilfe - der Privatsender rückte daraufhin mit den Mannen des Formates "Pfusch am Bau" nach Frauental aus. Derzeit dreht man Staffel drei, der TV-Start folgt am 7. Mai.

Der Dreh beginnt gleich nach einer kurzen Begehung der Ruine und Redakteur Nikolaus Mahatsek gibt die ersten Anweisungen: "Nicht in die Kamera schauen und Kaugummis sowie Zigaretten wirken unsympathisch." Mehr Drehbuch gibt es nicht - ab nun lässt man die Prietls reden. "Das Fundament ist zu groß, es ist verbotenerweise mit Schaumbeton gearbeitet worden, im Plan fehlen Stiegen und Türen", beginnt Michael Prietl (23) zu erzählen. Das für Privatsender unverzichtbare Drama holt sich Mahatsek mit geschickten Fragen. Etwa: "Belastet das eure Beziehung?" Tut es, denn die beiden wohnen mit ihren zwei Kindern zu sechst bei der Schwiegermutter: "Wir streiten viel, geben aber nicht auf", sagt Jasmin Prietl (22).

Abriss

"Wir sind keine Bluthunde", so Mahatsek. "Wir wollen Baufehler aufzeigen und oft hilft der mediale Druck, um sich mit dem Bauträger zu einigen." Manchmal auch nicht: Nach einer Stunde stößt das Gesicht von "Pfusch am Bau" hinzu, der Sachverständige Günther Nussbaum. Sein Befund ist niederschmetternd: "Ich habe einen Komplettabbruch empfohlen und es bleibt zu befürchten, dass finanziell nichts zu holen sein wird."

"Ich bereue, dass ich nicht mehr Geld in eine g'scheite Firma investiert habe", bedauert Michael Prietl. Jeder riet ihm von dem Unternehmen mit Sitz in London (!) ab - doch bei ihm stand der Sparfaktor ganz oben. Dass er sich zudem auf der Baustelle einen Bandscheibenvorfall zugezogen hat und daher inzwischen Verkäufer und nicht mehr Tischler ist, trägt er erstaunlich locker. Was würde man anders machen, wenn man es könnte: "Schlüsselfertig kaufen", sagt Jasmin. Der Weg dorthin ist ein weiter.

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Zu beachten

  • Günther Nussbaums Empfehlungen, noch ehe ein Bauvertrag abgeschlossen wird:

    Unternehmen mit gutem Renommee wählen.

    Referenzen erfragen und diese auch überprüfen, Selbiges gilt für Bonität und Gewerbeschein.

    Vertrag von Anwalt prüfen lassen.

    Tipp: Welche Firma wesentlich billiger baut, baut aus Nussbaums Erfahrung "aller Regel nach" auch schlechter.

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