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Zuletzt aktualisiert: 28.04.2012 um 21:42 UhrKommentare

Zwischen Aufregung und Wurschtigkeit

Die geplante Bezirksfusion von Radkersburg und Feldbach polarisiert. Vor allem im Bezirk Radkersburg hält sich hartnäckiges Misstrauen.

Foto © Scheriau

Ganz ehrlich? Mir ist das ganze Fusions-Gerede völlig wurscht", will sich Margit Wagner aus Fladnitz im Raabtal ihre Mittagspause nicht vom Gesprächsthema Nummer eins verderben lassen. Sandra Scheucher aus Auersbach, die mit ihr die Sonne vor der Alten Sparkasse in Feldbach genießt, pflichtet ihr bei: "Es gibt Wichtigeres als die Frage, welche Bezirke zusammengehen. Hauptsache, es werden Kosten gespart."

Das mit dem Sparen versteht man zwar auch in Mureck. Eine Fusion mit dem Bezirk Feldbach wird in der Radkersburger Stadt aber von kaum jemandem begrüßt. "Wir haben mit Feldbach überhaupt nichts am Hut, ich kann mich gar nicht erinnern, wann ich das letzte Mal dort war", meint eine Einheimische in einem Schanigarten am Hauptplatz. Ihre Tischnachbarin gibt ihr Recht: "Unser Leben orientiert sich Richtung Leibnitz. Dort gibt es Arbeitsplätze, Einkaufsmöglichkeiten, Schulen und Ärzte." Wo die Bezirkshauptmannschaft Südoststeiermark künftig angesiedelt sein soll, ist ihr aber egal: "Ich kann meinen Führerschein und Reisepass auch in Leibnitz erneuern lassen. Mehr brauche ich von der BH nicht."

Gegenüber, in Erikas Gasthaus, macht sich Wirt Alexander Breineder seine eigenen Gedanken zur geplanten Bezirkszusammenlegung mit Feldbach: "Auch touristisch gesehen hat Mureck viel mehr Bezug zur Südsteiermark. Ich denke da nur an den Murradweg oder die Weinstraße. Aus dem Vulkanland verirrt sich kaum ein Gast zu uns."

In die andere Richtung

Alois Kögl, Trafikant in Mureck und Wirtschaftskammerfunktionär, hat bereits eine Fusion miterlebt. 2003 wurde "seine" Wirtschaftskammer-Regionalstelle in Bad Radkersburg geschlossen und mit Leibnitz zusammengelegt. "Damals gab es einen einstimmigen Beschluss für eine Fusion mit Leibnitz, Feldbach war kein Thema." Negative Auswirkungen auf die regionale Wirtschaft befürchtet er bei einer Verwaltungsfusion mit Feldbach aber nicht.

Anders ist die Situation in Bad Radkersburg. Die Angst, mit dem Status der Bezirkshauptstadt auch weitere Infrastruktur wie das Bezirksgericht zu verlieren, ist hier groß. "Zumindest eine Außenstelle der BH muss man uns schon lassen", meint Karl Haag aus Klöch, der gerade einen neuen Führerschein beantragt hat. Ob dann wirklich Kosten gespart würden, sei aber fraglich.

Das bezweifeln übrigens auch Ella Scheucher und Hilde Ranftl aus Stainz bei Straden. "Uns wäre es am liebsten, wenn alles so bleibt, wie es jetzt ist. Aber die Politiker machen sowieso was sie wollen." Umso mehr gefällt ihnen, dass aus dem Namen Vulkanland nichts wurde. "Das hätte nicht gepasst. Südoststeiermark ist schon in Ordnung."

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