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Zuletzt aktualisiert: 20.04.2012 um 19:51 UhrKommentare

Radkersburg will die neue Hauptstadt

Bad Radkersburg will sich nicht mit einer Außenstelle der neuen BH Vulkanland begnügen. Mureck möchte sich lieber dem Bezirk Leibnitz anschließen.

Foto © Robert Lenhard

Was sich unmittelbar nach Bekanntgabe der Verschmelzung von Radkersburg und Feldbach zum Bezirk Vulkanland abspielte, war nur ein Vorgeschmack. Gestern kochte die Volksseele erst richtig über.

Für Gesprächsstoff sorgt vor allem die Ausradierung der Namen Radkersburg und Feldbach zugunsten der Bezeichnung "Vulkanland". "Ich stehe voll hinter den Reformen, will aber kein Vulkanier sein", spielt der Tieschener Bürgermeister Martin Weber (SPÖ) auf bereits kursierende Witze an. Ins selbe Horn stößt der Gosdorfer Ortschef, SP-Landesgeschäftsführer Anton Vukan: "Für mich ist diese Entscheidung sehr befremdlich. Sie war aber klarer Wunsch der ÖVP, die hier eine satte politische Mehrheit hat."

So einfach will sich der Tie- schener ÖVP-Abgeordnete Anton Gangl den Schwarzen Peter aber nicht zuschieben lassen: "Wir haben es uns nicht leicht gemacht. Ich weiß, dass der Name Vulkanland nicht jedem gefällt. Er gibt uns aber die Chance, einen neuen, schlagkräftigen Raum ohne alte Grenzen im Kopf zu bilden." Anstatt sich mit Oberflächlichkeiten aufzuhalten, widme er sich lieber Inhalten. Eines ist für Gangl nämlich klar: "Ich will, dass jeder Radkersburger seine Behördenwege wie bisher in Bad Radkersburg erledigen kann."

Kampf um Bezirksstadt

Seinem Parteifreund und Bürgermeister von Bad Radkersburg, Josef Sommer, ist das zu wenig. Er fordert, dass Bad Radkersburg Hauptsitz und Bezirksstadt der neuen Verwaltungseinheit Vulkanland wird: "Feldbach ist ohnehin größer und verfügt über mehr Einrichtungen." Bad Radkersburg hingegen droht bekanntlich auch der Verlust des Bezirksgerichts.

In der zweiten und größten Stadt des Noch-Bezirkes Radkersburg, Mureck, hat man ganz andere Sorgen. Hatte man sich im Falle einer Auflösung des Bezirks Radkersburg doch eindeutig für eine Fusion mit dem Bezirk Leibnitz ausgesprochen. Es gibt sogar einen Gemeinderatsbeschluss, wie übrigens auch in den Nachbargemeinden Gosdorf und Murfeld. Kurzum: "Ich bin enttäuscht, dass niemand vom Land vorher das Gespräch mit uns gesucht hat. Wir haben uns früh genug positioniert", erklärt der Murecker Bürgermeister Josef Galler (VP). Kommentarlos hinnehmen werde er die Entscheidung von Voves und Schützenhöfer jedenfalls nicht, konkrete Maßnahmen sollen mit den anderen Fraktionen abgestimmt werden. "Ich bin von den Bürgern gewählt und ihr Wunsch ist in diesem Fall eindeutig", so Galler.

Volksbefragung?

Noch nicht gegessen ist das Thema auch für Anton Solderer. Der rote Gemeindekassier von St. Peter am Ottersbach beharrt auf der Durchführung einer Volksbefragung über die zukünftige Ausrichtung des Bezirkes Radkersburg. Die dafür notwendigen Unterschriften hat er bereits an Bürgermeister Reinhold Ebner (ÖVP) übergeben. Dieser hat damit auch kein Problem: "Es stellt sich aber die Frage, ob eine Befragung überhaupt noch Sinn macht."

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