18. Dezember 2014, 05:01 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 12.06.2012 um 07:10 UhrKommentare

Das Österreichische, das ist seine Domäne

Herbert Fussy (62) ist Chefredakteur des Österreichischen Wörterbuchs, das mit der 42. Ausgabe sein 60-Jahr-Jubiläum feiert.

Foto © Österreichischer Bundesverlag

H and aufs Herz - wie würden Sie "verwortageln" schreiben? Im Zweifelsfall nachschlagen. Wobei's für so ein Wort eigentlich nur eine Adresse gibt: das Österreichische Wörterbuch.

Das seine Domäne ist: Der Steirer Herbert Fussy (62) ist langjähriger Chefredakteur des Nachschlagewerkes, das jetzt zum 60-Jahr-Jubiläum in der 42. Auflage erschienen ist.

20.000 Stichwörter umfasste die erste Ausgabe des amtlichen Wörterbuchs - heute sind's fast 90.000. Deutscher Allgemeinwortschatz und österreichische Besonderheiten. In einer Fülle, die die gesellschaftlichen Veränderungen widerspiegelt. In der jüngsten Auflage finden sich etwa Worte wie Ratingagentur oder Eurorettungsschirm. Genauso wie die Rettungsgasse, die App, die Citymaut. Oder - das Murtal, das ja zu Bezirksehren gekommen ist.

Der Sprachgebrauch verändert sich, und das schlägt sich eben nieder. Erzählt der Steirer, der genau genommen drei Wohnsitze hat: Er ist in Wien, in Geistthal - und auf der Südbahnstrecke zu Hause. Den Semmering hat der Sprachforscher, der die Hochkultur in Wien schätzt und das Familienleben in der Heimat genießt, schon Tausende Male überquert. Mit der Bahn, dafür gab's sogar schon die goldene ÖBB-Nadel . . .

Seit 1975 lebt und arbeitet Fussy, der Germanistik, Kunstgeschichte, Volkskunde, Philosophie, klassische Sprachwissenschaften und Japanisch (!) studiert hat, in Wien. Damals begann er als Lektor - seit 1987 ist er Hauptverantwortlicher des Österreichischen Wörterbuches.

Mit mehr als zwei Dutzend ständigen Mitarbeitern sammelt er "Anregungen von allen Seiten" - dann wird ausgesiebt. Was reinkommt, sei noch "relativ leicht zu entscheiden". Schwieriger werde es, wenn's drum geht, wie man etwas schreibt. Mundartwörter sind eine echte Herausforderung, für die es dann fallweise mehrere Varianten gibt. "Je mundartnäher eine Schreibung ist, desto mehr ist es nur ein Anhaltspunkt. Man kann nicht mit Sicherheit sagen, so schreibt man das", sagt er. Vor allem nicht, wenn etwas schon verwortagelt ist . . .

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