20. Dezember 2014, 22:46 Uhr | Aktualisiert vor - min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 19.01.2013 um 20:43 UhrKommentare

Mit zehn Zipflbobs zum Weltrekordekord

Für einen Weltrekord sausten zehn Wenigzeller mit ihren Zipflbobs 24 Stunden lang die Piste hinab. Kälte und Müdigkeit wurde eisern getrotzt und am Ende der Rekord geschafft.

Foto © zipflbob_digi130119.jpg | Foto: KLZ Digital

Wie lange noch?" Zehn Wenigzeller sitzen auf Nadeln. Sie können es nicht erwarten, auf Weltrekordjagd zu gehen. Zehn Minuten noch - dann nehmen sie im Schneeland Wenigzell für die nächsten 24 Stunden Platz auf ihren Zipflbobs. Das Ziel: Zumindest 1800 Kilometer zurücklegen und damit einen Weltrekord im Zipflbobfahren aufstellen.

Zehn Minuten: Zeit für die letzte Zigarette, den letzten Gang hinter die Büsche und den letzten Schluck heißen Tee, bevor es durch das Drehkreuz des Schleppliftes geht und sich alles Bequeme für eine Nacht und einen Tag verabschiedet. Günter Steiner, Organisator, Ideengeber und "Ober-Zipfler", gibt seinen Kumpanen noch Tipps: "Wenn ihr müde werdet, steht auf und bewegt euch." Mit wasserdichter Anglerhose, knallorangen Handschuhen und dick vermummten Gesichtern warten sie.

Mit Haken hinauf

Nach gefühlten 24 Stunden sind die zehn Minuten vorbei und die Jagd beginnt. Grünes Licht beim Drehkreuz für Steiner, Jakob Gaugl, Mathias Maierhofer, Daniel Maierhofer, Peter Payerhofer, Franz Pittermann, Philipp Kerschbaumer, Matthias Tiefengrabner sowie die Brüder Andreas und Stefan Sommersguter.

Mit Schwung geht es nach oben: Mit einem Haken an einem Klettergurt hängen sich die Zipflbob-Racer an den Bügel des Schleppliftes, ein Ruck und weg sind sie. Oben angekommen, geht es mit Schwung 900 Meter nach unten: Die Füße berühren kaum den Schnee, eisiger Winde saust um ihre Helme und verweht den Neuschnee auf der Piste.

Die erste Fahrt ist nach wenigen Sekunden vorbei - bleiben nur noch mehr als 110 Runden pro Fahrer für den Rekord. Notar Christoph Raimann überwacht das Bergauf und -ab mit konzentriertem Blick - noch, auch er muss die gesamte Zeit durchhalten. "Dass ich munter bleibe, ist in Wahrheit der Rekord", scherzt der Hartberger.

Kopfhörer im Helm

Die "Zipfler" sind auf ihrer Jagd für alles gewappnet: gegen die Langweile Köpfhörer im Skihelm, gegen erfrorene Zehen eine Schuhheizung, gegen Verspannungen eine Masseurin, gegen kalte Gesichter Vollbärte. Für die Motivation sorgen sie selbst. Nach einer Stunde legen die Ersten eine kurze Pause ein. "1/24 haben wir schon. Wenn es nicht langweilig und kalt ist, ist es lustig", sagt Gaugl, trinkt einen Schluck Tee und schwingt sich wieder auf seinen Zipflbob. Die anderen tun es ihm gleich - Fahrt um Fahrt, Stunde um Stunde.

Nach knapp 20 Stunden ist es geschafft: 1800 Kilometer wurden "gezipfelbobt". Der Weltrekord steht. Mehr als 2100 Kilometern sind es am Ende. Den Zipflbobs sagen die frischgebackenen Weltrekordler Gute Nacht. Für sie ist der Spaß aber noch nicht zu Ende. "Wir feiern noch ein bisschen", sagt Steiner. Und da fragt niemand, wie lange noch.

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