22. November 2014, 09:50 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 16.01.2013 um 17:12 UhrKommentare

Oststeirische Firma handelte mit Diebesgut

Oststeirische Kfz- Verwertungsfirma soll jahrelang Drehscheibe für den Verkauf gestohlener Autoteile gewesen sein. Schaden geht in die Millionen.

Foto © BK

"Wir sind die Nummer 1 im östlichen Österreich, wenn es um gebrauchte Ersatzteile für Volkswagen, Audi, Skoda oder Seat geht", wirbt die Kfz-Verwertungsfirma auf ihrer Homepage. Was die zahlreichen Kunden der alteingesessenen oststeirischen Firma jedoch nicht wussten: Die gebrauchten Ersatzteile stammten zum Großteil aus gestohlenen Fahrzeugen und waren durch Herausfeilen der Nummern unkenntlich gemacht worden, gab das Bundeskriminalamt (BK) gestern bekannt. "Der Schaden beträgt rund zwei Millionen Euro", betont BK-Sprecher Mario Hejl.

Autoschieberbande

Mehr als ein Jahr lang waren die Ermittlungen der Soko Kfz des Bundeskriminalamts gelaufen - unter dem Namen "Operation Scrap", zu deutsch "Operation Schrott". Im Mittelpunkt der Erhebungen stand dabei der 54-jährige Firmenchef des Kfz-Verwertungsbetriebes. Dieser war übrigens schon einmal ins Visier des Bundeskriminalamtes geraten - bei der Zerschlagung einer ungarischen Autoschieberbande 2005 tauchte sein Name als einer der mutmaßlichen Hehler auf. Seit 2006 sollen der Oststeirer und zwei seiner Firmenmitarbeiter "Teile von gestohlenen Fahrzeugen in Österreich gewerbsmäßig und im Rahmen einer kriminellen Vereinigung verkauft haben", berichtet das BK. Die Fahrzeugteile dürften demnach noch im Ausland bei gestohlenen Fahrzeugen ausgebaut worden und von Hehlern aus Polen, der Slowakei, Ungarn und Slowenien in die Oststeiermark gebracht worden sein. Ein Teil der Fahrzeuge wurde vermutlich auch in Österreich ausgeschlachtet.

Im Zuge der Ermittlungen konnten jetzt zwölf österreichische, ungarische, slowakische und polnische Beschuldigte ausgeforscht werden. Bei acht Hausdurchsuchungen in den Morgenstunden des Dienstags schlugen Polizeibeamte aus Wien, Niederösterreich, dem Burgenland und auch der Steiermark zeitgleich zu. Dabei wurden nicht nur der Firmenchef und zwei Mitarbeiter verhaftet und neun weitere mutmaßliche Mittäter angezeigt - dabei wurde im Wohnhaus des Oststeirers auch ein wahrer Schatz gefunden: Vergraben im Lehmkeller des Hauses lagen Bargeld, Goldmünzen und Sparbücher, insgesamt rund 400.000 Euro. Der Firmenchef soll laut BK nur teilgeständig sein.

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