Zuletzt aktualisiert: 30.07.2015 um 04:30 UhrKommentareMurtal und Murau

Vier regionale Pfarrhöfe dienen als Unterkünfte für Asylwerber

Pöls bereitet sich auf die Ankunft von 16 Flüchtlingen vor, auch die Pfarrhöfe in Murau, St. Lambrecht und St. Peter am Kammersberg beherbergen Asylwerber. Von Sarah Ruckhofer

Der Pfarrhof in Pöls-Oberkurzheim
Der Pfarrhof in Pöls-Oberkurzheim Foto © Sarah Ruckhofer

Die Stimmung in Pöls-Oberkurzheim ist entspannt, die Vorbereitungen laufen aber auf Hochtouren: Mitte August ziehen 16 Flüchtlinge in den Pfarrhof ein. „Wir wissen nur leider nicht, wer genau kommt, ob Männer oder Frauen“, seufzt Nora Sippel vom Verein Manoj.



Nichtsdestotrotz hat die Gemeinde mit der Kleidersammlung begonnen. Gut erhaltene Bekleidung, insbesondere für Männer, kann im Gemeindeamt abgegeben werden. „Wir beschäftigen heuer 20 Ferialpraktikanten, die die Kleidung nach Kategorien und Größen sortieren werden“, erklärt Bürgermeister Gernot Esser. Die Ausgabe soll geordnet in Kleingruppen vonstatten gehen, bleibt Kleidung über, wird sie dem Vinzimarkt gespenden. Auch Deutschkurse will man organisieren, sucht dafür noch Freiwillige, die sich in den Dienst der guten Sache stellen. Sippel: "Ich bedanke mich herzlich bei allen, die bisher schon gespendet und geholfen haben."

Pfarrhof umgebaut

Aktuell wird der Pfarrhof renoviert und adaptiert, Pfarrer Heimo Schäfmann wird auch weiterhin dort wohnen, ebenso der Kaplan. Schäfmann hält fest: „Weder ich als Pfarrer noch die Diözese verdienen daran, wir decken lediglich die Betriebskosten ab und bilden Rücklagen für etwaige Renovierungen.“ Am vorab aufgestellten Konzept zur Betreuung will man festhalten, „das sind wir uns als Menschenrechtsgemeinde schuldig“, so Esser.

Aktuelle Zahlen

Aktuell beherbergen die Pfarrhöfe St. Peter am Kammersberg, Murau und St. Lambrecht 16, 4 beziehungsweie 11 Flüchtlinge, weitere Quartiere sind seitens der Diözese derzeit nicht in Aussicht. Im gesamten Bezirk Murtal finden aktuell 474 Asylwerber eine vorübergehende Heimat, in Murau sind es 116. Spitzenreiter ist die Gemeinde Judenburg mit 126 Unterbringungen – aus diesem Grund lehnte das Land auch die Öffnung des Pfarrhofs in St. Magdalena ab. Knittelfeld beherbergt 70 Flüchtlinge, die Stadt Murau nur vier.

Spenden

Sachspenden können direkt in der Gemeinde Pöls-Oberkurzheim abgegeben werden.

Geldspenden für Deutschkurse und Lernmaterialien:

Verein Manoj, IBAN: AT76 3834 6000 1222 7203

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