28. November 2014, 07:54 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 28.12.2012 um 20:16 UhrKommentare

Wer alleine bleibt und wer fusioniert

Das Land Steiermark ist dabei, die Gemeindereform festzuzurren. Lesen Sie eine Analyse zu den einzelnen Gemeinden.

Foto © Grafik: KLZ

Ohne groß auf die Pauke zu hauen, haben Hieflau, Landl, Gams und Palfau an einer gemeinsamen Zukunft als fusionierte Gemeinde gearbeitet. In allen vier Ortschaften gibt es einstimmige Grundsatzbeschlüsse. Auch ein gemeinsamer Voranschlag für das Budget ist in Ausarbeitung. Das Besondere an diesem Schulterschluss: Er erfolgt über die Bezirksgrenzen Leoben und Liezen hinweg. Man ist auf einem guten Weg, wie Günter Auer, Bürgermeister von Hieflau, erklärt. In einigen Punkten erwartet man sich Vorteile durch eine Fusion. Eine Volksbefragung soll es in Hieflau erst nach ausführlicher Information für die Bürger geben. Offiziell kann erst ab 2015 fusioniert werden, eine intensive Zusammenarbeit wird für Herbst 2013 avisiert.

Musterschüler in Sachen Fusion sind die Gemeinden Trofaiach, Hafning und Gai. Es sind die einzigen drei Gemeinden des Bezirks Leoben, die bereits mit 1. Jänner 2013 zu einer gemeinsamen Stadt Trofaiach zusammenfinden. Als Architekten dieser neuen Stadt im Vordernbergertal gelten die Bürgermeister Mario Abl (Trofaiach), Alfred Lackner (Hafning) sowie Bernhard Zechner (Gai). Abgesichert wurde der politische Wille durch eine Volksbefragung in allen drei Ortschaften. Der neue, gemeinsame Gemeinderat wird voraussichtlich am 14. April gewählt werden. Vordernberg wird ab 1. Jänner 2013 nicht bei dieser Fusion dabei sein, wie ursprünglich vorgesehen. Bürgermeister Walter Hubner, einstiger Befürworter der Fusion mit Trofaiach, Hafning und Gai ab 2013, sprach sich wenige Tage vor der Volksbefragung in seiner Gemeinde noch dagegen aus. Erwartungsgemäß folgten die Vordernberger dieser "Empfehlung" ihres Bürgermeisters und stimmten gegen die frühe Vereinigung. Hubner ließ anklingen, dass er 2015 zur neuen Stadt Trofaiach aufschließen möchte. Dort sieht man das durchaus skeptisch.

Das Land sieht die zwei Liesingtaler Gemeinden Kalwang und Wald am Schoberpass als eine Einheit. Die Bürger in Wald sehen das allerdings anders. Sie votierten bei einer Volksbefragung eindeutig gegen einen Zusammenschluss mit Kalwang. Auch die Bürgermeister Hans Schrabacher (Wald) und Mario Angerer (Kalwang) sprachen sich nach Erhebung aller Daten und Fakten gegen eine Fusionierung aus. Dennoch ist davon auszugehen, dass das Land weiterhin auf eine pocht.

Auch Niklasdorf und Proleb haben ihre Daten und Fakten abgeglichen. Johann Marak, Bürgermeister von Niklasdorf, blieb danach bei seiner Ablehnung eines Zusammenschlusses mit der Nachbargemeinde. Auch aus Proleb sind solche Töne zu hören. Trotzdem dürfte kein Weg an einer Fusion vorbeiführen - wahrscheinlich sogar mit Leoben.

Die Bezirkshauptstadt Leoben mit Bürgermeister Matthias Konrad, einem absoluten Verfechter großer Lösungen, fand trotz intensiver Bemühungen bis jetzt keine Partner. Außer Traboch mit Bürgermeister Franz Toblier. Dieser Schulterschluss wurde aber vorerst verhindert, weil es keine gemeinsamen Gemeindegrenzen zwischen Leoben und Traboch gibt.

Das Bindeglied wäre St. Peter-Freienstein. Die Bürger der umworbenen "Braut" wollen eine Vermählung mit Trofaiach, wie sich in einer Volksbefragung klar dokumentierte - obwohl Bürgermeisterin Anita Weinkogl und das Land die Leobener Variante präferieren.

Auch die Voestalpine Donawitz mit Vorstandsvorsitzendem Franz Kainersdorfer, deren Betriebsgelände sich auf die Gemeinden Leoben und St. Peter erstreckt, plädiert für eine Orientierung St. Peters nach Leoben.

Solo wollen und werden vermutlich die Gemeinden Radmer, Eisenerz, Mautern und Kammern sowie Kraubath, St. Stefan und St. Michael bleiben.

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