Zuletzt aktualisiert: 14.08.2012 um 20:44 UhrKommentare

Paragleiter hing in Stromleitung

Eine Dreiviertelstunde voller Angst durchlebte ein Obersteirer, nachdem sich sein Gleitschirm in einer Stromleitung verhängt hatte. Bürgermeister sah den Unfall und kam sofort zur Hilfe.

Foto © FF Trofaiach

"Das war schon spektakulär", zeigt sich selbst Feuerwehr-Einsatzleiter Karl Grassberger beeindruckt. "Der Mann hing in zwölf bis 13 Metern Höhe fest, weil sich sein Schirm um die Sicherungsleitung der 110 KV-Leitung gewickelt hatte." Was sowohl für die Einsatzkräfte als auch für den Verunglückten äußerst unangenehm war. Grassberger: "Wir durften nichts tun, bis der Strom ausgeschaltet war. Und er ist immer weiter nach unten gerutscht." Nach unten in Richtung Stromleitung.

Was derart dramatisch endete, hatte am Montagnachmittag ganz unspektakulär begonnen. Der 40-jährige Peter P., ein Familienvater aus Hafning bei Trofaiach, war mit seinem Paragleiter vom Polster aus gestartet. "Der Mann hat seit rund einem Dreivierteljahr den Flugschein, ist schon oft geflogen", weiß ein Beamter der Polizei Trofaiach zu berichtet. Doch diesmal ging der Flug gewaltig schief. Beim Anflug auf die Wiese neben seinem Wohnhaus, wo der 40-Jährige landen wollte, drehte plötzlich der Wind. Peter P. verlor an Flughöhe, geriet dabei ausgerechnet in die 110 KV-Leitung. "Ich war bei mir daheim mit Außenarbeiten beschäftigt", berichtet Alfred Lackner, der Bürgermeister von Hafning. "Da hab ich den Paragleiter beobachtet und gesehen, dass er Schwierigkeiten kriegt." Lackner setzte sofort einen Notruf an die Feuerwehrzentrale Leoben ab, lief dann in Richtung Stromleitung. Da hing der 40-Jährige schon in mehr als zwölf Metern Höhe fest.

"Hallo, was tust du da oben?"

"Ich hab als Erstes versucht herauszukriegen, ob er ansprechbar ist", erzählt der Bürgermeister. Der kurze Dialog zeigt den Galgenhumor des Verunglückten. "Hallo, was tust da oben?", rief der Bürgermeister. "Ich möchte mir mein Haus von oben anschauen", so Peter P. "Ich habe versucht, ihn bei Laune zu halten", betont Alfred Lackner. "Damit er nicht in Panik gerät. Denn in so einer Situation werden Minuten zu Stunden." Obwohl die Feuerwehren von Hafning und Trofaiach binnen Minuten am Unfallort waren, konnte der 40-Jährige erst nach einer Dreiviertelstunde mittels Drehleiter gerettet werden. So lange dauerte es, bis die 110 KV-Leitung stromlos war.

Jetzt liegt Peter P. zur Beobachtung im LKH Leoben. Er dürfte den spektakulären Unfall unverletzt überstanden haben. "Doch der Schock sitzt ihm noch immer in den Knochen", berichtet der Bürgermeister, der ihn im Spital besuchte. Die Familie des Hobbysportlers musste die Bergung übrigens mit ansehen - und mitzittern. "Gott sei Dank hat der Bürgermeister so geholfen", freut sich die Mutter des 40-Jährigen.

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  • "Ich habe versucht, ihn bei Laune zu halten, damit er nicht in Panik gerät."Alfred Lackner, Helfer und Bürgermeister von Hafning

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