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Zuletzt aktualisiert: 30.07.2012 um 20:18 UhrKommentare

Anton Erwin Lenes: "Ich habe schlecht und gut gelebt"

Anton Erwin Lenes feierte im Trofaiacher Seniorenheim Verbena seinen 100. Geburtstag in geistiger Frische. Für das Seniorenheim war es der erste 100er, der gefeiert werden konnte.

Foto © Karin Feiler

Im Zuge des 100. Geburtstags von Anton Erwin Lenes veranstaltete das Seniorenheim Verbena in Trofaiach eine große Feier. Als Gratulanten stellten sich die Stadtkapelle Trofaiach und der Bürgermeister von Trofaiach Mario Abl ein. In einer Laudatio wurde den Gästen von der Seniorenanimateurin und Vertrauten des Jubilars Christine Walenta das abwechslungsreiche, tragische, aber auch schöne und lustige Leben wiedergegeben.

Anton Erwin Lenes wurde am 27. Juli 1912 in Niklasdorf geboren. Sein Leben war von Schicksalsschlägen und Glücksmomenten gleichermaßen geprägt. Er verbrachte seine Kindheit in Leoben-Seegraben, wo er auch die Volksschule besuchte. Mit 14 Jahren begann Lenes in der Alpine Huf- und Wagenschmied zu lernen. Eine Lehre hätte damals 600 Schilling gekostet, das konnte sich die Familie aber nicht leisten. Daher bekam Lenes nur ein Zeugnis, aber keinen Lehrbrief. Ab 1929 arbeitete er am Münzenberg im Annaschacht in der Werkstatt, danach als Hauer in der Grube Seegraben. Nach Münzenberg kam er dann in die Winkelstation und arbeitet ab 1938 in der Alpine. 1942 wurde Lenes für die Ausbildung in die Armee einberufen. Er kämpfte im Zweiten Weltkrieg in Russland, wo er seinen linken Arm verlor.

Lenes erlebte viel Schlimmes und hatte auch mit schweren Verletzungen zu kämpfen. "Ein paar Mal bin ich schon dem Sensenmann davon gekommen, aber ich war schneller", so Lenes. Seinen Humor hat er trotz vieler tragischer Ereignisse bis heute nicht verloren. Er ist ein Charmeur der alten Schule und: "Er ist ein Stehaufmännchen", so die Laudatorin.

Nach dem Krieg arbeitete Lenes als Schmied- und Hammerführer und ging 1972 in Pension.

Seine Gattin Stefanie lernte er 1945 kennen. Bereits nach 14 Tagen heirateten die beiden und waren 56 Jahre lang verheiratet. Vor zehn Jahren starb seine Frau im Alter von 80 Jahren.

Bergsteigen

Für Lenes waren die Berge immer besonders wichtig. "Ich lebe und sterbe für die Berge!" Er unternahm viele Skitouren und Wanderungen und nahm etliche Weitwanderwege in Angriff. Mit 20 Jahren trat er dem Alpenverein bei, dessen Mitglied er nun seit 80 Jahren ist. Sein Resümee der 100 Jahre: "Ich habe schlecht gelebt. Ich habe gut gelebt. Und ich werde gut weiterleben." Auf die Frage, was nun sein Geheimrezept sei, um so alt zu werden, antwortet er: "Viel Berg gehen, dann bleibt man ewig jung."

Mit seinen 100 Jahren ist er geistig noch immer enorm fit und mit seiner charmanten und lustigen Art begeistert er nicht nur die Mitarbeiter, Betreuer und Bewohner der Verbena, sondern auch die Bewohner der Goldbachgasse, mit denen er gerne mal quatscht, wenn er mit seinem Rollstuhl durch die Gasse fährt.

Sein größter Wunsch wäre es, den Schweizer Rieflsee und das Matterhorn wieder zu sehen. Von Zermatt aus auf das Gornergrad fahren und hinüber auf das Matterhorn schauen. Außerdem wünschte er, eigene Kinder gehabt zu haben.

Seit es das Seniorenheim Verbena in Trofaiach gibt, also seit zehn Jahren, lebt Lenes hier. Auch für das Seniorenheim ist der 100. Geburtstag von Lenes etwas Besonderes. "Einen 100. Geburtstag gab es bei uns noch nie", so die Pflegedienstleitung Christine Stenzel.

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