27. November 2014, 18:15 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 28.04.2012 um 21:34 UhrKommentare

Unter Tag ist alles anders

Am Erzberg wurde der Ernstfall geprobt. Bei einer internationalen Grubenwehrübung waren Einsatzkräfte aus ganz Österreich, Deutschland und Tschechien im Einsatz.

Foto © Foto: Haider

Wilhelm Edlinger stehen die Schweißperlen auf der Stirn. Wohl wegen der hitzigen Temperaturen, die an diesem Tag herrschen, und wohl auch wegen der internationalen Grubenwehrübung, die am Erzberg in Eisenerz stattfindet. Edlinger ist als Vertreter der Bezirkshauptmannschaft Leoben als Einsatzleiter an Ort und Stelle. Er koordiniert alle Abläufe, alle Einsatzteams, er schupft sozusagen den Laden. Die Übung ist einmal im Jahr verpflichtend, lässt Christian Treml, Geschäftsführer der VA Erzberg wissen. Diesmal ist der Erzberg Mittelpunkt des hektischen Treibens. Grubenwehren aus ganz Österreich, Deutschland und Tschechien sind vertreten. Sie proben den Ernstfall, der hoffentlich niemals eintreten wird. "Das wäre eine Katastrophe, aber wir müssen uns so gut wie nur möglich vorbereiten, unter Tag ist alles anders", weiß Treml.

Rauch

Punkt 7.30 Uhr wird Alarm ausgelöst. Das Übungsszenario sieht folgendermaßen aus: Aus dem Schaubergwerk wird gemeldet, dass sich Rauch entwickelt hat. Die betroffenen Personen ziehen sich an einen sicheren Ort zurück. Weiters ist der Zug, der in den Berg fährt, nicht am Ziel angekommen, er steckt fest. Schwer verletzte Personen müssen geborgen werden, die Zeit ist knapp. Für Wilhelm Edlinger ist es die erste Großübung dieser Art: "Es gibt im Vorfeld natürlich Schulungen. Der Einsatz heute läuft professionell ab, jeder macht sein Geschäft", meint er.

Einsatz

Zur Hilfe eilen bereits Betriebsfeuerwehr, umliegende Feuerwehren, Rettung, Polizei und Grubenwehren aus ganz Österreich werden mit Black Hawks eingeflogen. Die ersten "schwer verletzten" Personen werden geborgen, es sind ehemalige Mitarbeiter, die sich zur Verfügung gestellt haben.

Man merkt trotz allem, dass es eine Übung ist, die Hektik ist nicht so groß wie im Ernstfall. "Gott sei Dank ist es eine Übung, an den Ernstfall mag ich gar nicht denken", seufzt Treml. Nach sechs Stunden ist alles vorbei, die Erzberg-Mitarbeiter verabschieden sich bald in den Feierabend. Und die Übung? "War sehr gut, wir sind zufrieden", lautet der einstimmige Tenor.

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FAKTEN

  • Einmal pro Jahr muss verpflichtend eine Hauptübung abgehalten werden. Diesmal waren über 100 Einsatzkräfte am Erzberg dabei. An der Übung nahmen teil: sechs Grubenwehren aus Österreich (RHI Breitenau, Salinen Österreich Altaussee, Terra Mystica Bad Bleiberg, Silberbergwerk Schwaz, österreichisches Bundesheer St. Johann und Bischofshofen), zwei Grubenwehren aus Deutschland (Südsalz Berchtesgaden und Deutsche Steinkohle Saarland) sowie die Grubenwehr aus Ostrau (Tschechien).

    Arbeit des Grubenwehrtrupps: Retten von Personen, Vordringen zur Unfallstelle, Beseitigen allfälliger Hindernisse, Löscharbeiten, Bergen von Verletzten, Suchen von verirrten Personen, Sicherstellen der Kommunikation. Gearbeitet wird mit Vier-Stunden-Atemschutzgeräten, Wärmebildkameras, Gasmessgeräten, ortskundigen Führern, Berggeräten, usw.

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