28. November 2014, 16:58 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 26.01.2012 um 21:30 UhrKommentare

"Die Schule ist das Herz des Dorfes"

Die geplanten Schulschließungen in der Steiermark führten am Donnerstagabend in Leoben zu einem Treffen von betroffenen Bürgermeistern, Schul- und Elternvertretern aus der ganzen Steiermark. Dabei ging es vor allem um eine Vernetzung und um die weitere Vorgangsweise.

Beim Gipfeltreffen am Donnerstagabend in Leoben sollte konkret ein gemeinsamer Nenner gefunden, und den Leuten Mut gemacht werden, nicht kampflos aufzugeben. Außerdem ging es um etwaige Protestmaßnahmen.

Presse nicht erwünscht

Etwa 100 Interessierte folgten der Einladung ins Gösserbräu. Wie Heimo Haingartner, Gemeindesekretär von Bretstein und einer der Organisatoren, gleich zu Beginn der Veranstaltung erklärte, sei die Presse nicht erwünscht. "Wir werden morgen die Ergebnisse der Diskussion verlautbaren", meinte Haingartner. Hermann Beren, Bürgermeister von Bretstein: "Wir müssen uns als Einzelkämpfer vernetzen, um die ländlichen Strukturen aufrecht zu halten, denn die Schule ist das Herz des Dorfes."

Gespräch mit Betroffenen

Die Kleine Zeitung sprach noch vor Beginn der Veranstaltung mit einigen Betroffenen. So meinte Johann Scheuch, Gemeindekassier der Gemeinde Neudorf bei Passail, in der es um die Schließung der Volksschule Neudorf geht: "Die Art und Weise, wie uns das mitgeteilt wurde, dass unsere Schule geschlossen werden soll, war katastrophal. Offensichtlich hält man die Bürger für unmündig, weil man sie nicht in die Planung und Diskussion einbezogen hat. "Die Volksschule Neudorf sei gut in Schuss, und es seien alle Lehrmittel vorhanden. Es würde auch die Nachnutzung des Schulgebäudes etwas kosten, daher halte er die geplante Schließung auch ökonomisch nicht für sinnvoll. Elfriede Hütter vom Elternverein betonte, dass in Neudorf gegenwärtig 17 Schülerinnen und Schüler unterrichtet werden. "Aus pädagogischer Sicht ist das sogar sehr gut, denn es funktioniert in kleinen Schulen eben besser als in größeren. Es wäre sehr schlecht, wenn unsere Schule geschlossen werden sollte", so Hütter. Die Kinder seien alle enttäuscht, denn: "Sie gehen hier sehr gerne in die Schule."

Ingrid Kreditsch, Direktorin der Volksschule Kleinlobming, die gegenwärtig von 18 Schülerinnen und Schülern besucht wird, erwartete sich vom Treffen, dass Maßnahmen gefunden und gesetzt werden, um die geplanten Schulschließungen rückgängig machen zu können. "Ich rechne damit, etwas bewirken zu können", so Kreditsch. Vor allem im Hinblick darauf, da es im nächsten Jahr in Kleinlobming 21 Schüler geben werde, und man im übernächsten Jahr sogar mit 23 Kindern rechne. Manuela Brandl, eine Elternvertreterin der Schule, hob die Schule als wichtigen Kulturträger im Ort hervor. "Eine Schließung wäre für den Ort ganz schlimm, aber auch für die Schüler. "Unsere Schüler waren sehr betroffen. Mein Kind hat in der Früh in der Zeitung gelesen, dass die Schule zugesperrt werden soll. Die Tränen sind nur so heruntergerollt. Das ist einfach nicht in Ordnung", so Brandl.

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