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Zuletzt aktualisiert: 19.01.2012 um 22:00 UhrKommentare

Trofaiach: Heißes Thema Krematorium

Eine Bürgerplattform in Trofaiach beschäftigt sich intensiv mit dem geplanten Krematorium am Friedhof Trofaiach. Anrainer befürchten Gesundheitsgefährdung und Beeinträchtigungen.

Foto © Walenta

Das von den Stadtwerken Trofaiach geplante Krematorium am Stadtfriedhof löst bei Anrainern große Ängste und Sorgen hinsichtlich einer Gesundheitsgefährdung und Beeinträchtigung der Lebensqualität aus. Diese wurden bereits bei einer Bürgerinformation Ende des Vorjahres öffentlich geäußert (wir berichteten).

Mittlerweile hat sich eine Bürgerplattform gebildet, deren Sprecher Anrainer Christian Weiß ist. Weiß ist Universitätsprofessor für Verfahrenstechnik des industriellen Umweltschutzes an der Montanuni Leoben und als solcher mit der Materie von Verbrennungsprozessen vertraut. "Wir wollen das Projekt nicht verhindern, aber mit unserer Plattform möchten wir es fachlich und sachlich beleuchten. So etwas könnte ein Vorzeigeprojekt werden, aber das ist bisher aus unseren Recherchen nicht zu entnehmen", so Weiß.

Große Bedenken hat die Bürgerplattform vor allem hinsichtlich der geltenden gesetzlichen Bestimmungen. Für die Errichtung der Anlage ist nicht die Bezirkshauptmannschaft Leoben zuständig, da es sich um kein gewerberechtliches Verfahren, sondern um ein Verfahren nach dem Bestattungsgesetz handelt, wie auch Bezirkshauptmann Walter Kreutzwiesner bestätigt. "Die Bezirkshauptmannschaft hat nach dem Sanitätsrecht den Flächenwidmungsplan zu prüfen, den Ortsbild- und Landschaftsschutz, ob die wirtschaftliche Zuverlässigkeit des Betreibers gegeben ist sowie den pietätvollen Betrieb", so Kreutzwiesner.

Abzuwickeln hat dieses Projekt daher einzig und allein die Stadtgemeinde Trofaiach nach dem Baugesetz als oberste Baubehörde. Außerdem ist sie in weiterer Folge auch für die Kontrolle und Betriebssicherheit der Anlage zuständig, wie der Bezirkshauptmann erklärt.

Interessenskonflikt

Hier ortet die Bürgerplattform einen Interessenskonflikt, denn der Bauwerber, die Stadtwerke Trofaiach, gehören zu 51 Prozent der Stadtgemeinde. Außerdem ist die Bürgerplattform überzeugt, dass es extrem schwierig für die Baubehörde sei, Entscheidungen zu treffen - aufgrund der Komplexität des Projekts und der hohen Umweltrelevanz. Bezirkshauptmann Kreutzwiesner meint dazu, dass er den Eindruck habe, dass sich die Stadtgemeinde Trofaiach sehr bemühe, da sie bereits einen Sachverständigen von der Fachabteilung 17c des des Landes um Amtshilfe gebeten habe.

Höchste Qualität

Bürgermeister Mario Abl sieht hier keinen Interessenskonflikt, denn: "Ich habe überhaupt kein Interesse daran, dass hier eine Anlage errichtet wird, die nicht dem Stand der Technik entspricht. Ich sitze auch im Aufsichtsrat der Stadtwerke und fungiere hier als Kontrollorgan. Aber auch die Stadtwerke ziehen in diese Richtung und werden höchste Qualität sichern." Die Vertreter der Bürgerplattform verstehen überhaupt nicht, dass Trofaiach ein Krematorium unter dem Namen "Daseinsvorsorge" schlucken muss, denn von den angepeilten etwa 1000 Verbrennungen jährlich komme nur ein kleiner Prozentsatz aus Trofaiach. Der Rest von auswärts.

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FAKTEN

  • Die Stadtwerke Trofaiach möchten mit dem Bau und Betrieb eines Krematoriums ihr Geschäftsfeld erweitern, da Feuerbestattungen zunehmen.

    In der Pietätgruppe, zu der neben Trofaiach auch Leoben, Bruck, Kapfenberg und Mürzzuschlag gehören, gab es bis Mitte November des Vorjahres etwa 850 Feuerbestattungen. In Trofaiach waren es etwa 80.

    Die Wirtschaftlichkeit wäre in Trofaiach bei etwa 900 bis 1000 Verbrennungen jährlich gegeben.

    Das Projekt wurde noch nicht eingereicht.

    Mittlerweile hat sich eine Bürgerplattform auch im Internet unter krematorium-trofaiach.webnode.at gebildet.

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