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Zuletzt aktualisiert: 16.09.2012 um 21:44 UhrKommentare

Hammerschlag und Nadelstich

Bürgermeister Nagl als Wiederholungstäter, Volksrock'n'Roller Gabalier als Tattoo-Träger und ein Pfarrer als Jodler - das war das Aufsteirern 2012 in Graz.

Foto © Eder. Fuchs, Hoffmann, Kanizaj

Zwei Mal kurz "anklopfen" - "um das Bier aufzuwecken", wie Bürgermeister Siegfried Nagl beim Anvisieren des Zapfhahns um zehn Uhr vormittags fachkundig erklärte - und beim dritten Mal mit voller Wucht gegen das Fass hämmern. Das tat der Rathaus-Chef dann auch. - Zum Leidwesen vom kurzfristig als Helfer engagierten Landtagsabgeordneten Eduard Hamedl.

Denn nachdem es vor einigen Jahren schon einmal "Johann statt Zapfhahn" hieß und Nagls ehrgeiziger Hammerschwung Landesrat Johann Seitingers Hand ramponierte, erwischte es dieses Mal Hamedl. "Verhandlungen mit Geiselnehmern sind nicht so gefährlich, weil sie kalkulierbarer sind", trug der ehemalige Polizist die Schramme am Handrücken mit Fassung und einem Lächeln. Prominente Augenzeugen der Tat: Brauunion-Verkaufsdirektor Gerald Paunger, der das "Aufsteirern"-Bier per traditioneller Pferdekutsche anliefern ließ, und Stadtpfarrpropst Christian Leibnitz, der später noch einen Premierenauftritt als Jodler hatte. Erstmals war auch die Stadtpfarrkirche "Aufsteirern"-Bühne. Nach einem Gottesdienst mit volksmusikalischer Umrahmung gab es ein gemeinsames Volksliedersingen.

Zeitgleich drängten sich vor der Kirche Politiker aller Couleurs durch die Massen. Untrüglicher Beweis für den vor der Tür stehenden Grazer Gemeinderatswahlkampf. VP-Chef Nagl ließ 10.000 Lebkuchenherzen verteilen, die FP-Spitzen Landesrat Gerhard Kurzmann und Stadtrat Mario Eustacchio sowie der Grazer SP-Klubobmann Karl-Heinz Herper begnügten sich mit Gesichtsbad und Händeschütteln, während das BZÖ-Duo Gerald Grosz und Georg Schröck das Fest für einen Bauchfleck nutzten - diesfalls in einen Heuhaufen.

Hochbetrieb auch im Stadtbauernhof, wo Landwirtschaftskammerpräsident Gerhard Wlodkowski und Landesbäuerin Gusti Maier zum Palatschinkenschupf-Wettbewerb baten. Mit Pfanne und Teig profilierten sich Kaffee-Expertin Edith Hornig und Konsul Franz Harnoncourt-Unverzagt, der auf tief in der Erinnerung vergrabene Erfahrungen zurückgreifen konnte: "Als ich vor 55 Jahren beim Bundesheer war, habe ich in der Küche gearbeitet. Wir haben aber mehr Schnitzel als Palatschinken gemacht."

Feine steirische Spezialitäten wurden indes beim traditionellen "Aufsteirern"-Empfang von Vize-Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer im Hof der Grazer Wechselseitigen serviert. Justizministerin Beatrix Karl, Grawe-Generaldirektor Othmar Ederer und Styria-Vorstand Wolfgang Bretschko konnten dort "Volksrock'n'Roller" Andreas Gabaliers jüngsten Hit bestaunen: Er führte erstmals sein noch stichfrisches Unterschenkel-Tattoo aus.

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