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Zuletzt aktualisiert: 31.03.2011 um 20:47 UhrKommentare

AMS-Chef Snobe beschattet: Überprüfung eingeleitet

Karl-Heinz Snobe war mit einem AMS-Förderungsnehmer privat in einem Nachtklub. Detektive spielten das Material "News" zu. Unklar ist, warum die Männer beschattet wurden. Innenrevision wurde angeordnet - bis die Ergebnisse vorliegen, hat Snobe seinen Urlaub verlängert.

Foto © Kanizaj

Gerüchte, anonyme Briefe: In der Branche brodelt es schon länger. Nun ging der Deckel hoch. Privatdetektive haben AMS-Steiermark-Geschäftsführer Karl-Heinz Snobe mit einem Freund, dessen Firma AMS-Förderungen lukriert, im Wiener "Babylon" gefilmt. Mit von der Partie war auch der Leiter eines steirischen Schulungszentrums. Just landete die Feier der Arbeitsmarktprofis bei "News".

Mittlerweile stellt sich nicht mehr die Frage, ob der AMS-Chef vom (Geschäfts-)freund in den Nachtklub eingeladen wurde: Hat er nicht. Die AMS-Bundesgeschäftsstelle in Wien prüft viel mehr, ob alle Auftragsvergaben an "Alea + Partner" korrekt waren. Also, ob Snobe und sein Freund Andreas Hammerschmid ("Wir kennen uns seit 15 Jahren") Berufliches und Privates trennen konnten. Die nackten Zahlen: 121 Millionen Euro beträgt das Budget der Steirer heuer in Summe, 61 Millionen sind davon für Bildungsarbeit reserviert. "Ich habe ihn natürlich nicht bevorzugt", betont Snobe. Hammerschmid nickt: "Das ist nie passiert. Das würde ein Snobe nicht tun." Freilich habe man Projekte bei Ausschreibungen gewonnen. Direktvergaben sind ebenso kein Geheimnis. Aber: alles korrekt.

Vorsorglich hat Snobe AMS-Österreich-Vorstand Herbert Buchinger ersucht, sämtliche "Auftragsvergaben des AMS Steiermark an das Unternehmen Alea + Partner zu überprüfen", teilte die Bundesgeschäftsstelle gestern mit. Das dauert "bis Ostern", schätzt Sprecherin Beate Sprenger. Vorab bestätigt sie die Schilderung Snobes, wonach er als Geschäftsführer selbst keine Aufträge vergeben könne. Große Projekte werden ohnehin österreich- oder EU-weit ausgeschrieben. Streng nach Vergaberecht, unterstreicht Sprenger. Bei Direktvergaben (bis zu 100.00 Euro) wären die Spezialisten der örtlichen Förderabteilung am Zug.

Im AMS Steiermark nachgefragt, hat "Alea" aktuell Aufträge über 120.000 Euro für Kurse sowie für "Aktivitäten im Rahmen der aufsuchenden Vermittlung" im Wert von 160.000 Euro.

Dass der Leiter der Förderabteilung AMS Steiermark, Helmut Willegger, privat auch im Tennisteam von Alea spielt, bezeichnet dieser als "Zufall". Man sei bei einer Spielgemeinschaft.

Vor Willegger leitete übrigens jener Mann die Förderabteilung, der mit Snobe und Hammerschmid im Nachtklub unfreiwillig gefilmt worden ist. "Ich habe nichts konsumiert und meinen Eintritt selbst bezahlt", betont er. Sein Schulungszentrum und Alea verbindet "zwei Kleinprojekte".

Die Hintergründe der Observation sind noch undurchsichtig. Ein Hinweis führt zu einem Bieterstreit um den millionenschweren Auftrag für das Schulungszentrum Graz (SZG). Ein Verfahren (SZG Jugendliche) ging zugunsten von Alea und anderen aus. Das SZG für Erwachsene ist noch Zankapfel. Laut AMS warte man seit August 2010 auf eine Entscheidung im Bund.

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Vergangenheit & Zukunft

  • Snobe ist seit Anfang Dezember 2003 Geschäftsführer des AMS Steiermark. Er war vorerst interimistisch auf Helfried Faschingbauer - dessen Stellvertreter er war - gefolgt, da dieser vorzeitig in Pension gegangen war.

    Snobes Vertrag läuft Mitte 2012 aus, im Herbst 2011 müssten er oder andere eventuelle Kandidaten sich bewerben. Snobe teilte am Donnerstag mit: "Aus jetziger Sicht werde ich selbstverständlich für die kommende Funktionsperiode als Landesgeschäftsführer antreten, da ich nichts rechtswidriges getan habe".

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