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Zuletzt aktualisiert: 13.02.2013 um 13:09 UhrKommentare

TU Graz plant erdbebensicheres Holzhaus

Die maximale Erdbebensicherheit von mehrstöckigen Häusern in Holz-Massivbauweise ist Forschern am Institut für Holzbau und -technologie an der TU Graz ein Anliegen.

Foto © Fotolia: ferkelraggae/Sujetbild

Naturkatastrophen wie Erdbeben lassen sich nicht verhindern - Gebäude müssen folglich auch in Hinblick auf solche außerordentlichen Einwirkungen bemessen sein. Die maximale Erdbebensicherheit von mehrstöckigen Häusern in Holz-Massivbauweise ist Forschern am Institut für Holzbau und -technologie an der TU Graz ein Anliegen. Zurzeit bereiten sie einen außergewöhnlichen Erdbebenbelastungstest in Portugal vor.

Als nachwachsender Rohstoff gewinnt Holz als Baumaterial wieder an Bedeutung. Erdbebensicherheit ist jedoch eine grundlegende Voraussetzung, um den Holzbau in den Ländern einzuführen, die nicht zu den klassischen "Holzbaunationen" gehören: Den Mittelmeer- und Balkanländern zum Beispiel, die wie speziell Italien, Griechenland und die Türkei zu dezidierten Erdbebenrisikozonen gehören. Die Holzexperten an der TU Graz nehmen derzeit Holz-Massivbau-Konstruktionen in Brettsperrholz (BSP) ins Visier: Konkret prüfen sie gleich ein vollständiges dreistöckiges Haus in dieser Bauweise - mittels eines simulierten Erdbebens auf einem sogenannten "Shaking table" (Rütteltisch).

Rüttelplatte

Eine hydraulische Rüttelplatte im Großformat simuliert bei dem Versuch in Lissabon dabei den Verlauf des großen Erdbebens in Montenegro aus dem Jahr 1979 mit einer Stärke von über 7 nach Richter: "Unser Holzhaus muss das Beben etwa 15 Mal und in unterschiedlichen Stärken durchmachen", schilderte Georg Flatscher vom Institut für Holzbau und Holztechnologie der TU Graz. Die Experten interessieren sich besonders für die Verbindungen zwischen den einzelnen Holzelementen und wollen genauer herausfinden, welche Kräfte auf diese Verbindungen einwirken und welche Verformungen dadurch entstehen können, teilte die TU am Donnerstag mit.

Das Gebäude, das die TU-Forscher in Portugal auf Erdbebentauglichkeit testen, ist knapp acht Meter hoch und hat eine Fläche von rund 90 Quadratmetern. Ein Raum ist möbliert und wird mit Videokameras überwacht. Laut Flatscher ist der Test - nach ähnlichen Versuchen an zwei BSP-Gebäuden in Japan - erst der zweite Großversuch dieser Art weltweit und der erste in Europa.

Die Holz-Massivbauweise in Brettsperrholz wurde am Institut für Holzbau und Holztechnologie von Institutsleiter Gerhard Schickhofer federführend mitentwickelt: Aus kreuzweise flächig verklebten Massivholzbrettern entstehen Massivholzwände, aus denen sich die Aussparungen für Fenster und Türen ausschneiden lassen. In London steht bereits ein achtstöckiges Haus aus Brettsperrholz, in Australien befinden sich weitere mehrstöckige Brettsperrholzgebäude in Bau.

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