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Zuletzt aktualisiert: 05.02.2013 um 08:45 UhrKommentare

Sexismus im Alltag: Auch in Graz gehen die Wogen hoch

Im Interview mit der Kleinen Zeitung hatte SPÖ-Chefin Schröck ihrem Ärger Luft gemacht. Lisa Rücker (Grüne) reagiert ungewohnt offen und deutlich.

Foto © Fuchs

Es ist so weit: Die Sexismus-Debatte ist in Graz gelandet. Gegenüber der Kleinen Zeitung hatte SP-Chefin Martina Schröck ihrem Ärger Luft gemacht. Es gehe ihr "auf den Wecker", was man(n) sich gegenüber Frauen herausnehme - bei Schlagzeilen und Äußerungen im Internet (wo jüngst Schröcks Opernredoute-Kleid abschätzig kommentiert wurde).

Nicht nur Grünen-Stadträtin Lisa Rücker reagierte prompt und deutlich - und "mit der Bitte um Abdruck" ihrer Zeilen. Grazer Frauen diskutieren über Sexismus im Alltag - mit unterschiedlichen Ansichten. . .

Elke Kahr, KPÖ-Stadträtin: "Im Gemeinderat nehmen sich Kollegen immer wieder diskriminierende Äußerungen gegenüber Frauen heraus, Männer erleben so etwas nie. Hier ist der Bürgermeister gefordert. Bei mir geht es in negativen Schlagzeilen oder Leserbriefen eher um mich als Kommunistin. ,Wolf im Schafspelz' und so."

Judith Schwarz, Gastronomin (aiola city): "Ich finde es zwar gut, dass diese Debatte geführt wird, doch sie wird auch sehr aufgebauscht. Persönlich wurde ich noch nie mit unangenehmen Wortmeldungen konfrontiert. Und wenn einer an der Bar eine flapsige Bemerkung fallen lässt, dann weiß ich damit umzugehen."

Sonja Grabner, bis Jänner 2013 Stadträtin: "Geht es um sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz, so kann ich nur jeder Frau raten, sich zu wehren. Sprechen wir von anzüglichen Äußerungen oder dergleichen, so habe ich persönlich das nie erlebt. Es kommt halt darauf an, wie ich mich gebe und vor allem, was ich zulasse."

Stefanie Werger, Sängerin: "Diese Debatte ist übertrieben. Ja, als junge Blondine war ich auch mit anzüglichen Bemerkungen konfrontiert, aber ich war auch nicht schmähstad. Und die Frauen von heute sind eh stärker als vor 50 Jahren. Wobei, so wie sich manche Mädels anziehen, fordern sie viele blöde Sprüche einfach heraus."

Sylvia Loibner, Chefin des Taxiunternehmens 878: "Ich verfolge diese Diskussion mit großem Interesse und es ist gut, dass endlich etwas gemacht wird. Ich jedenfalls kann mich nicht beklagen. Ich kann mich an keine einzige Verhandlung erinnern, bei der ich gedacht hätte: Jetzt wäre ich lieber ein Mann."

Daniela Gmeinbauer, Art&Fashion-Team: "Ich hab' ja spät mit dem Modeln begonnen und war alt genug, um mein Unwohlsein in gewissen Situationen zu äußern. Heute denke ich: Auch bei Äußerungen, die mich negativ aufs Äußere reduzieren - so lange ich mit mir im Reinen bin, ist es mir egal."

Elisabeth Grossmann, bis vor Kurzem Landesrätin, nun im Nationalrat: "Die Aussage von Franz Voves von wegen Verjüngung war unglücklich, aber sie ist wohl im Stress einer Pressekonferenz gefallen. Ganz generell glaube ich, dass wir einen Rückschritt erleben. Frauenfeindliche Äußerungen sind wieder salonfähig."

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