26. November 2014, 03:48 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 03.02.2013 um 07:26 UhrKommentare

Krähen-Problem in Graz Stadt

Die Anrainer der Grazer Innenstadt sehen schwarz: Russische Saatkrähe verschmutzen Autos und sorgen für schlaflose Nächte.

Foto © AP | Sujetbild

Es sind keine Nachteulen, die Brigitte Strohmenger schlaflose Nächte bereiten, sondern Krähen. Genauer gesagt: russische Saatkrähen, die es sich auf den Bäumen vor ihrem Schlafzimmerfenster in der Kaiserfeldgasse früh morgens lautstark bequem machen. Brigitte Strohmenger: "Es ist unerträglich. Ich werde im Winter jeden Tag um sechs Uhr in der früh munter, weil die Vögel so einen Wirbel veranstalten."

Nicht nur das, auch die Verschmutzung von geparkten Autos und der Straße sei für Strohmenger und ihre Nachbarn schlicht unzumutbar. "Einer unserer Nachbarn hat sich in den Wintermonaten mittlerweile schon eine Garage angemietet wegen dem ganzen Dreck der Krähen. Wir verzweifeln schon."

Tierische Stadtbewohner

Stadttauben Experten schätzen, dass derzeit rund 3000 Tauben in Graz angesiedelt sind. Sie sind verwilderte Abkömmlinge der Haustauben und finden in Städten nahezu ideale Bedingungen vor: Nahrungsangebot, milde klimatische Bedingungen, Mauernischen und Dachböden. Seit 2004 gilt in Graz ein Tauben-Fütterungsverbot.

Dachse Schätzungen zufolge leben zwischen 10 und 30 Dachse in der Stadt Graz. Sie wurden bereits im Burggarten, Stadtpark und beim Unihauptgebäude gesichtet. Dachse sind so genannte Kulturfolger, sie schließen sich dem Menschen an. Ihre Lebenserwartung beträgt im Schnitt 15 bis 18 Jahre.

Wildschweine Sind in Niederösterreich und Wien bereits ein Problem, da sie vor allem in den Randbezirken auch vor Privatgärten und Rasenflächen nicht mehr Halt machen. Eine Novelle im Wiener Jagdgesetz macht es seit Ende 2011 möglich, auch im gesamten Stadtgebiet aktiv zu werden.

Seit drei Jahren versucht man nun schon eine Lösung für die rund zwanzig unerwünschten gefiederten Nachbarn vorm Fenster zu finden. Doch so einfach ist das nicht, stehen die Rabenvögel doch unter Naturschutz. Stephan Moser, Bezirksjägermeister: "Ich kenne die Umstände, meine Kanzlei befindet sich in der Nähe. Auch wenn die Krähen nicht unter Naturschutz stünden, könnte man sie im verbauten Gebiet nicht erschießen." (siehe Interview)

Stadt als tierischer Schutzraum

Für den Grazer Bezirksnaturschutzbeauftragten Wolfgang Windisch ist es nicht verwunderlich, dass die Krähen sich in der Stadt so wohl fühlen. "Sie sind intelligent und passen sich an. Außerdem stellt der Siedlungsraum einen perfekten Schutzraum für sie dar." So gäbe es nur wenige Fressfeinde, dafür aber genügend Müllcontainer, die die Vögel plündern können. Deshalb seien auch schon 120 Abfallbehälter (Stand November 2012) in der Stadt mit speziellen Deckeln versehen, die sich von den Tieren nicht öffnen lassen. Im speziellen Fall der Kaiserfeldgasse müsse noch abgeklärt werden, warum die Tiere sich genau in dieser Straße so zahlreich versammeln.

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