18. Dezember 2014, 12:34 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 14.01.2013 um 22:01 UhrKommentare

Nach Brand in Lebensgefahr: Bub versteckte sich im Bett

Dramatische Szenen: Während die Mutter einkaufen war, brannte die Wohnung in der Grazbachgasse aus. Ihr vierjähriger Sohn befindet sich in Lebensgefahr. Das zweite Kind wurde ebenfalls verletzt. Von Hans Breitegger.

Foto © Jürgen Fuchs

Als ein Angestellter der Grazer Bestattung in der Grazbachgasse am Montag, um 14.38 Uhr, Alarm schlug, brannte die Wohnung im Nebenhaus bereits lichterloh. "Die Räume waren in Vollbrand, ein Bub stand auf dem Balkon - wir haben ihn mit der Drehleiter geborgen", berichtet Feuerwehreinsatzleiter Heimo Krajnz. Der Fünfjährige war auf den Balkon geflüchtet. Sein vierjähriger Bruder lief ins Kinderzimmer und versteckte sich im Bett.

Mit schwerem Atemschutz kämpften sich die Feuerwehrmänner bis ins Kinderzimmer vor, aber erst nach einiger Zeit fanden sie den bereits bewusstlosen Vierjährigen - im Bett, unter zwei Decken versteckt. Krajnz: "Deshalb haben wir ihn nicht sofort gefunden. Die Wärmebildkameras haben ihn nicht erfassen können."

Reanimiert

Der Vierjährige wurde geborgen und musste vom Notarzt reanimiert werden. Das schwer verletzte Kind, sein verletzter Bruder und vier weitere Personen (drei Männer und eine Frau), die im Obergeschoß wohnen und eine leichte Rauchgasvergiftung erlitten hatten, wurden ins Krankenhaus gebracht. Laut Einsatzleiter Manfred Möstl (Rotes Kreuz) schwebt "der Bub in akuter Lebensgefahr".

Die Feuerwehr hatte die beiden Kinder bereits geborgen, als die Mutter vom Einkaufen nach Hause kam. Sie erlitt einen Schock. Die Mutter und ihre beiden Kinder stammen aus Nigeria. Die Löscharbeiten waren noch im Gange, als die Schwester der Nigerianerin und ein weiterer Sohn eintrafen. Ahnungslos wollten sie in die Wohnung. Als der Feuerwehreinsatzleiter der jungen Frau mitteilte, was geschehen war, brach sie auf offener Straße zusammen. Feuerwehrmänner brachten sie in Sicherheit und verständigten das Kriseninterventionsteam.

Die Grazer Berufsfeuerwehr war mit 21 Mann im Einsatz. Das Rote Kreuz war mit 15 Sanitätern und zwei Notärzten ausgerückt.

Ursache unklar

Die Brandursache ist unklar. Fest steht, dass das Feuer in einem kleinen Raum der 80 Quadratmeter großen Wohnung ausgebrochen war. Zu diesem Zeitpunkt soll in der Wohnung ein Ladegerät angesteckt gewesen sein. Oder die Kinder haben gezündelt. Die Polizei schließt es nicht aus. "Wir müssen den älteren Buben erst befragen, dann wissen wir mehr", so Ermittlungsleiter Harald Stranz von der Brandgruppe des Landeskriminalamtes. "Hinweise auf eine dritte Person haben wir bisher nicht."

Am Montag war die Kripo noch mit der Spurensicherung beschäftigt. "Heute beginnen wir mit der Brandursachenermittlung", so Stranz.

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