Zuletzt aktualisiert: 01.01.2013 um 06:00 UhrKommentare

Sie steuern die neuen Großbezirke

Ein Jahr nach der ersten Bezirksfusion im Murtal sind ab heute die nächsten Bezirke zusammengelegt. Wir stellen die Bezirkshauptleute vor: Gabriele Budiman ist Chefin in Bruck-Mürzzuschlag, Max Wiesenhofer leitet den Bezirk Hartberg-Fürstenfeld, Alexander Majcan den Bezirk Südoststeiermark.

Foto © HOFER, AUER, TRUMMER

Den Menschen ein Türöffner sein

Einen Weihnachtswunsch von Dechant Karl Niederl will sich Alexander Majcan für sein Wirken als Bezirkshauptmann des neuen Bezirkes Südoststeiermark zu Herzen nehmen: "Ich möchte den Menschen Türöffner für ihre Anliegen und Probleme sein", zitiert der 52-jährige Jurist, der seine Arbeit "mit Hausverstand, Vernunft und Kompromissbereitschaft" angehen möchte. Sehr wichtig ist ihm das Herstellen von Kommunikationsschienen im Haus selbst, aber auch mit Partnern wie Gemeinden, Einsatzorganisationen oder Schulen.

Und mit den slowenischen Nachbarn. "Auf Basis der bestehenden bilateralen Bürgermeisterkonferenz geht es um Infrastruktur, Errichtung eines Biosphärenparks und Kooperationen im Wirtschaftsbereich." Als Anliegen bezeichnet der verheiratete Vater von Barbara (20) und Anna (14) auch den Jugendschutz.

Wenn Alexander Majcan seinen Posten im Amtsgebäude Feldbach antritt, kehrt er dorthin zurück, wo seine Laufbahn als Ausbildungsjurist 1987 begann. Seit 1989 ist sein berufliches Schicksal mit der Bezirkshauptmannschaft Radkersburg verbunden - zunächst als Leiter des Landwirtschaftsreferates und von 2004 bis Ende 2012 als Bezirkshauptmann. In den Reihen der ÖVP war Majcan (1999 bis 2004) Finanzreferent der Stadt Bad Radkersburg. Sich selbst bezeichnet der von seinen Mitarbeitern als "konsequent und effizient" geschätzte Chef als "Optimist, der immer schaut, wie etwas geht, und nicht, wie es nicht geht". Und so denkt Majcan, dass auch im neuen, großen Bezirk noch ein bisschen Zeit für seine Hobbys Laufen, Radeln und Skifahren bleiben wird.

Bruck-Mürzzuschlag ist weiblich

Drei Begriffe fallen Gabriele Budiman, Bezirkshauptfrau von Bruck-Mürzzuschlag, ein, wenn sie an das vergangene Jahr denkt, in dem die Fusion auf Schiene gebracht wurde: "Herausfordernd, spannend, stressig." Zuversichtlich geht die neue Chefin der zusammengefügten Bezirke ins neue Jahr: "Alles muss jetzt zusammenwachsen."

Vom Akten-, bis zum Postlauf, kein Stein bleibt auf dem anderen. Das Organisatorische zu managen, sei jetzt die größte Herausforderung. "Ich liebe meinen Job", sagt Budiman, bekannt als energiegeladen, über ihre Arbeit.

Dabei hatte die Juristin andere Pläne. Nach der Matura beginnt die gebürtige Grazerin ein Architekturstudium. Als ihr Mann, ein Mediziner, eine Stelle als praktischer Arzt bekommt, zieht sie mit ihm ins Mürztal, nach Mitterdorf. Wegen der beiden Kinder Leni und Philipp und auch wegen der Entfernung zu Graz bricht sie das Studium ab. Sie hilft in der Arztpraxis, beginnt aber wieder zu studieren, und zwar Jus.

"Mein Mann hat geglaubt, ich komme wieder in die Ordination zurück", lächelt sie. Aber eine Juristenstelle ist in der Bezirkshauptmannschaft vakant und Budiman landet 1991 im Sozialbereich, wird 1993 Sozialreferatsleiterin: "Das war meins."

Von da an macht sie Karriere, zuerst als Stellvertreterin von Bezirkshauptmann Gerhard Ofner, und als dieser Landesamtsleiter wird, als seine Nachfolgerin. "Ohne Unterstützung meines Mannes wäre das nicht gegangen. Und weil meine Kinder schon erwachsen waren." Denn man müsse Prioritäten setzen.

Dazu gehört auch, sich Zeit zu nehmen - etwa für den traditionellen Weihnachtseinkauf mit den Eltern. Es gab ihn auch dieses Weihnachten.

Von der Schreibkraft zum Behördenchef

Die Bezirkshauptmannschaft in Hartberg ist ein schmuckloser Bau im Stil der 1950er-Jahre. Drinnen ist jedoch nicht der Muff dieser Zeit vorzufinden. Hartberg war eine der ersten Bezirkshauptmannschaften mit einer Bürgerservicestelle und gibt seit Jahren vierteljährlich im Internet ein Amtsblatt mit Behördeninformationen für die Bevölkerung heraus. Wer mit Bezirkshauptmann Max Wiesenhofer sprechen will, trifft im wahrsten Sinne des Wortes auf offene Türen.

Seit 2006 ist Wiesenhofer Bezirkshauptmann von Hartberg, seit heute von Hartberg-Fürstenfeld. Ob er bei seinem Amtsantritt vor sechs Jahren gedacht hat, einmal Bezirkshauptmann des neuen Großbezirks zu sein? "Ich hätte mir 1978, als ich als Schreibkraft im Kanzleidienst angefangen habe, nie gedacht, dass ich einmal Bezirkshauptmann werde", lächelt der 54-jährige zweifache Familienvater aus Pöllau bei Hartberg. Über Abendkurse holte Wiesenhofer damals neben seiner beruflichen Tätigkeit die Matura nach und begann ein Jusstudium, das er 1994 abschloss.

Er übernahm die Leitung des Umwelt- und später des Sozialreferates, war ab 2003 auch stellvertretender Bezirkshauptmann.

Nach außen unaufgeregt brachte Wiesenhofer die Fusion der Bezirkshauptmannschaften Hartberg und Fürstenfeld über die Bühne: "Obwohl es schon Tage gab, an denen ich wusste, warum einzelne Haare weiß geworden sind." In Fürstenfeld bleibt eine Außenstelle bestehen. Die frühere Bezirkshauptfrau Beatrix Pfeifer ist Wiesenhofers Stellvertreterin. Der Bezirkshauptmann prophezeit: "Die Bevölkerung wird von der Zusammenführung nicht viel bemerken."

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Fakten

  • Bezirk Bruck-Mürzzuschlag: 102.707 Einwohner, 2154,80 km², 37 Gemeinden

    Bezirk Hartberg-Fürstenfeld: 89.527 Einwohner, 1223,03 km², 64 Gemeinden

    Bezirk Südoststeiermark: 89.575 Einwohner, 1068,86 km², 74 Gemeinden

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