27. Dezember 2014, 06:14 Uhr | Aktualisiert vor - min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 31.12.2012 um 11:06 UhrKommentare

Keine Ermittlungen gegen Uni-Professor

"Nicht jede misslungene Formulierung ist strafbar", erklärte die Staatsanwaltschaft nun - ein Professor an der Graz Uni hatte die Todesstrafe für Leugner des Klimawandels und für Gegner der Empfängnisverhütung zur Diskussion gestellt.

Foto © Kleine Zeitung DIGITAL/Jürgen Fuchs

Keine Ermittlungen wird die Staatsanwaltschaft Graz gegen jenen Musikpsychologen der Grazer Universität aufnehmen, die in den vergangenen Wochen durch einen über den Uni-Server veröffentlichten Artikel über die Angemessenheit der Todesstrafe für Leugner des Klimawandels und den Papst als Kontrazeptionsgegner Proteste ausgelöst hatte.

"Misslungene Formulierung"

Man habe geprüft, aber keine möglichen Tatbestände eines Offizialdeliktes erkennen können. "Nicht jede misslungene Formulierung ist strafbar", erklärte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Hansjörg Bacher am Montag auf APA-Anfrage. Der Beitrag unter dem Titel "Death penalty für global warming deniers?" hatte über die Weihnachtsfeiertage über Protestnoten aus der ganzen Welt geführt.

Richard Parncutt, gebürtiger Australier und Professor für systematische Musikwissenschaft, hatte darin zur Diskussion gestellt, ob nicht die Todesstrafe ab einer gewissen Größenordnung der potenziell letal Geschädigten angemessen sei. Primär zielte der Professor auf Leugner des Klimawandels ab, doch wurden auch der Papst und seine Berater angeführt, zumal sie mit ihrer Haltung zur Kontrazeption an Millionen Aids-Toten mit schuldig seien.

Mann zu Gespräch geladen

Die Leitung der Universität distanzierte sich umgehend und veranlasste Parncutt, den Beitrag zurückzuziehen und sich zu entschuldigen. Dieser ist zwar vom Uni-Server gelöscht worden, ist aber weiter in diversen Blogs nachzulesen. Die Uni-Leitung hat den Autor für Jänner zu einem Gespräch geladen.

Inzwischen gibt es auch eine Debatte darüber, wie eine Hochschule ihrem gesellschaftspolitischen Diskurs-Auftrag nachkommen und gleichzeitig einzelne Grenzüberschreitungen dieser Art verhindern kann.

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