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Zuletzt aktualisiert: 19.12.2012 um 20:00 UhrKommentare

Grazer erkannte den Sextäter aus der U-Bahn

Der Vergewaltiger aus der Wiener U-Bahn ist in Haft. Ein 29-jähriger Grazer erkannte ihn in der Straßenbahn und verständigte die Polizei. Der Sextäter wurde am Jakominiplatz festgenommen.

Foto © APA

Der Mann in der Straßenbahn hatte verwahrlostes Haar. Ich dachte mir, das könnte der Vergewaltiger aus Wien sein. Ich habe sein Bild im Internet gesehen. Aber sicher war ich nicht, dass er es ist", erzählt der 29-jährige Grazer Peter T. "Als er am Jakominiplatz ausgestiegen ist, sah ich kurz sein Gesicht. Ich war immer noch nicht hundertprozentig überzeugt." Peter T. fuhr heim, sah sich noch einmal das Foto des Gesuchten im Internet an. "Das Gesicht, die Kleidung, alles passte, da rief ich die Polizei."

Keine Papiere

In der Nacht auf Mittwoch um 7 Minuten nach Mitternacht, 30 Stunden nach dem brutalen Verbrechen in der Wiener U-Bahn, ging in der Zentrale der Grazer Polizei der Notruf ein. Kurz schilderte der Angestellte seine Wahrnehmung in der Straßenbahn. Sofort begaben sich Streifen Richtung Jakominiplatz. Zunächst konnte keine verdächtige Person entdeckt werden. Doch die Beamten der Polizeiinspektion Finanz gaben nicht auf, durchstreifen die Gegend - und hatten Erfolg. An einer Haltestelle entdeckten sie den Gesuchten.

Weil er keine Papiere bei sich hatte, konnte der Mann zunächst nicht identifiziert werden. Die Polizisten nahmen ihn mit auf die Dienststelle und stellten dort fest, dass es sich um Andreas T. (25) handelt, einen gebürtigen Vorarlberger, der als Obdachloser in Wien lebte und Montagabend in einer U-Bahn eine 23-jährige Frau brutal vergewaltigt hatte. Die Tat wurde von der Überwachungskamera im Abteil gefilmt. Das Opfer war wie berichtet in Alt-Erlaa in die U 6 Richtung Simmering eingestiegen. Das Abteil war leer. Hinter der jungen Frau stieg ein ungepflegter Mann zu - als die Bahn losfuhr, schlug er sie nieder, bedrohte sie mit einem Messer und vergewaltigte sie (wir berichteten). Rund vier Minuten, dann war das Opfer bewusstlos. Erst nach zwei Stationen stiegen andere Fahrgäste zu. Der Täter flüchtete, wurde aber durch die Bilder in der Überwachungskamera rasch identifiziert.

Per Haftbefehl wurde österreichweit nach ihm gefahndet. Auch in den Medien wurde das Foto des Täters veröffentlicht. Zufällig sah es der Grazer Angestellte Peter T. im Internet - und merkte sich das Gesicht. Seine Aufmerksamkeit führte zur Festnahme. Als Held sieht sich der 29-Jährige aber nicht. "Nein, Held bin ich keiner. Aber froh bin ich, dass der Mann in Haft ist", bemerkt er. Laut ersten Aussagen des Festgenommenen, war er mit dem Zug nach Graz gefahren. Am Hauptbahnhof stieg er in die Straßenbahn nach Liebenau. Als er wieder Richtung Jakominiplatz fuhr, wurde er erkannt.

Dem Täter drohen mehrere Jahre Gefängnis. Der Strafrahmen für Vergewaltigung beträgt sechs Monate bis zehn Jahre Haft. "Wurde das Opfer schwer verletzt oder war die Tat von besonderer Erniedrigung, bewegt sich der Rahmen zwischen fünf und 15 Jahren", erklärt Hansjörg Bacher, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Graz. Als schwere Verletzung gilt auch ein posttraumatisches Belastungssyndrom. Liegt bei einem Täter eine seelische und geistige Abartigkeit vor und wird er als gefährlich eingestuft, droht der Maßnahmenvollzug. Der kann "lebenslang" bedeuten.

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Identität festgestellt

  • "Es handelt sich eindeutig um den Täter", so der Wiener Polizeisprecher Thomas Keiblinger am Mittwoch.

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