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Zuletzt aktualisiert: 28.11.2012 um 20:50 UhrKommentare

Zwölfjährige in das Bett gelockt

Unter falschem Namen erschlich sich ein Familienvater (32) das Vertrauen junger Mädchen. Mit einem wurde er intim - nun sitzt der Sexualtäter in Untersuchungshaft. "Gefinkelte Arbeit", meint eine Ermittlerin - "Grooming" das Ansprechen im Internet mit dem Ziel, sexuelle Kontakte anzubahnen, wurde mittlerweile zum massiven Problem.

Foto © sogmiller - Fotolia.com

Bereits 2006 stand der heute 32-Jährige wegen schweren sexuellen Missbrauchs einer Unmündigen vor dem Richter: Der Mann aus dem Bezirk Graz-Umgebung fasste eine Geldstrafe und eine bedingte Haftstrafe aus. Nun soll er laut Staatsanwaltschaft Graz rückfällig geworden sein.

Untersuchungshaft

Der Familienvater sitzt derzeit in Untersuchungshaft, da er mit einer Schülerin (12) sexuelle Kontakte gehabt haben soll. Auch soll er eine weitere 12-Jährige aufgefordert haben, sich vor laufender Computerkamera auszuziehen. Die Jugendliche weigerte sich jedoch. Am Dienstag wurde der Gastronomieangestellte festgenommen. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu zehn Jahre Haft.

Die Schullaufbahn, die Kinder, die Freunde: Unter seinem richtigen Namen ist der Steirer wie so viele andere auch im sozialen Netzwerk vertreten. Doch der Steirer benutzte obendrein falsche Identitäten: Auf Facebook, so die Polizei, erschlich er sich das Vertrauen einer Zwölfjährigen. Mit ihr hat er sich getroffen und wurde im Herbst auch intim. Den Eltern kam das Verhältnis zu Ohren; sie erstatteten schließlich Anzeige.

Der Haken: Das Mädchen kannte den richtigen Namen des 32-Jährigen nicht, hatte nur ein Handyfoto von ihrem "älteren Freund". Den aber "erkannte eine Polizeibeamtin wieder", schildert Staatsanwalt Hansjörg Bacher. Via Facebook hat sich die Polizei dann auf die Suche gemacht und weitere falsche Identitäten herausgefunden. "Es war eine "gefinkelte Arbeit", meint eine Ermittlerin.

Festnahme erfolgt

Man stieß auf eine weitere Zwölfjährige, mit der sich der Steirer hat treffen wollen. Das lehnte das Mädchen aber ebenso ab, wie es sich nicht im Videochat ausziehen wollte. Die Staatsanwaltschaft gab grünes Licht für die Festnahme. Bei einer Hausdurchsuchung stellten die Ermittler Datenträger sicher - die Auswertung läuft.

Und man empfiehlt Eltern, mit Kindern zu üben, wie man sich vor sexueller Belästigung im Internet schützen kann. Die Erziehungsberechtigten sollen ihren Schützlingen zudem eintrichtern, den Angaben von Internet-Bekanntschaften nicht blind zu vertrauen.

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Hinweise erbeten

  • Das Landeskriminalamt Steiermark befürchtet, dass der Mann Kontakt zu weiteren Mädchen hatte, und bittet um Hinweise (Journaldienst 059133/60-3333).

So schützen Sie Ihr Kind

    • Kinder sollten darauf vorbereitet sein, dass im Internet nicht jeder das ist, was er zu sein vorgibt. Erklären Sie ihnen, dass sie dies in Chaträumen und sozialen Netzwerken stets bedenken sollten.
    • Erklären Sie dem Kind, welche Medieninhalte es nutzen darf und welche nicht. Machen Sie Ihren Standpunkt deutlich.
    • Machen Sie sich kundig über die Technik und Umgangsweise in Chaträumen, damit Sie mitreden und Fragen stellen können. So sind Sie für Ihre Kinder auch eher Ansprechpartner bei belastenden Erfahrungen.
    • Diskutieren Sie, welche Bilder und persönliche Informationen ins Netz gestellt werden.
    • Überprüfen Sie die Sicherheitseinstellungen Ihres Computers.
    • Üben Sie mit Ihrem Kind konkret, wie es sich vor sexueller Belästigung im Netz schützen kann. Verbale Belästigung kann es manchmal schon mit einem klaren Nein beenden.

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