28. November 2014, 16:53 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 15.11.2012 um 20:00 UhrKommentare

So spüren wir die Erderwärmung

In zehn Tagen startet in Katar der 18. Weltklimagipfel. Während die Verhandler um einen Klimavertrag streiten, sind die ersten Folgen der Erderwärmung bereits spürbar. In der Steiermark sind die Anzeichen nicht mehr zu übersehen.

Foto © AP

Es wird wärmer in der Steiermark. Um 1,1 Grad lagen die Durchschnittstemperaturen im Vorjahr in Graz und in Kapfenberg über dem langjährigen Mittel. Bad Aussee war um exakt 1 Grad wärmer als im Schnitt, in Bad Radkersburg waren es sogar 1,3 Grad. Ähnliche Werte werfen alle steirischen Wettermessstellen aus - und das nicht nur für das vergangene Jahr. Seit Beginn dieser Vergleiche im Jahr 2003 war kaum mehr ein Jahr kühler als der Durchschnitt des Zeitraums 1971 bis 2000. Die Steiermark hat sich damit mehr erwärmt als die Erde im Mittel, die es bislang auf 0,8 Grad Temperaturzuwachs gebracht hat.

Besonders deutlich fällt die Erwärmung in der Südoststeiermark aus. Dort messen seit mehreren Jahren 150 Klimastationen des Wegener-Centers der Universität Graz die kleinräumigen Klimaveränderungen. Seit den 1970er-Jahren ist die mittlere Sommertemperatur in der Region um 2,5 Grad nach oben geklettert - drei Mal so stark wie im globalen Durchschnitt. Zur Verdeutlichung: Das bedeutet, dass es in der Südoststeiermark im Schnitt an jedem einzelnen Sommertag um diese 2,5 Grad wärmer ist als noch vor 40 Jahren.

Das hat Folgen. Die Niederschlagsmenge hat im Sommer und im Winter abgenommen, es treten öfter Dürren ein, die Grundwasserstände sinken. Die Anzeichen des Klimawandels sind in der ganzen Steiermark nicht mehr zu übersehen (siehe Beispiele rechts). Das, obwohl die Erderwärmung laut Klimaforschern erst am Beginn steht. Mit derzeitigem Kurs dürften die weltweiten Temperaturen bis Ende des Jahrhunderts um zumindest vier Grad steigen.

Werte, die in exponierten Lagen Österreichs, etwa an den Südhängen des Nationalparks Kalkalpen, übrigens schon heute gemessen werden. Tendenz: weiter steigend.

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Dürren und Hochwasser

  • Die direkteste und offensichtlichste Auswirkung der Klimaerwärmung ist die wachsende Zahl von Hitzetagen im Land. Laut den langjährigen Aufzeichnungen der Zamg gab es in Graz zwischen 1961 und 1990 jährlich im Schnitt 3,4 Tage mit mehr als 30 Grad Celsius. Im Zeitraum zwischen 1981 und 2010 waren es bereits 11,5 Tage.

    Schwieriger ist die Bewertung der extremen Unwetter und Überschwemmungen. Noch gibt es keinen wissenschaftlichen Beleg dafür, dass sie in der Steiermark öfter auftreten als früher - allerdings scheinen sie tendenziell heftiger auszufallen. Seit dem Jahr 2000 haben Wetterereignisse in der steirischen Landwirtschaft Schäden von einer Milliarde Euro verursacht - deutlich mehr als in früheren Jahrzehnten. Der gestiegene Wohlstand alleine kann diese Schadenssumme nicht erklären.

Weiße Spitzen auf dem Rückzug

  • 17 Meter: So weit haben sich die Gletscherzungen auf Österreichs Bergen laut Erhebung des Alpenvereins allein im vergangenen Jahr im Schnitt zurückgezogen. 15 der insgesamt 95 untersuchten Gletscher hatten sogar Längenverluste von mehr als 30 Metern zu verzeichnen. Der Dachsteingletscher ist auf Hallstätter Seite um knapp fünf Meter geschrumpft, auf Schladminger Seite waren es 3,5 Meter. Damit musste das Dach der Steiermark den größten Masseverlust seit Aufzeichnungsbeginn hinnehmen. Laut aktueller Untersuchung von Innsbrucker Forschern werden die Alpen bis 2040 nur noch etwa die Hälfte ihres heutigen Eisvolumens haben. Jedes Grad Erwärmung schiebt die Schneefallgrenze um rund 150 Meter nach oben. Eine der Folgen: Die steirischen Schigebiete sind zunehmend auf künstliche Beschneiung angewiesen.

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