23. November 2014, 23:32 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 06.10.2012 um 20:38 UhrKommentare

"Die Sicherheit an HTLs ist bedroht"

Lehrergewerkschaft warnt vor Problemen bei zu großen Gruppen im Werkstättenunterricht: Finanzielle Ressourcen seien zu knapp.

Foto © SABINE HOFFMANN

Rücktritte in Schulen sind selten. Vor einigen Wochen hat der Direktor der HTL Bregenz, Gunter Berzler, damit Aufsehen erregt. Der Grund war unter anderem ein "sehr knapp dotiertes" Budget. Die vom Bund zugeteilten "Werteinheiten" (der Geld-Gegenwert des verplanbaren Unterrichts) würden nicht für eine HTL mit Maschinenbau ausreichen, die viel mit Kleingruppen arbeitet, vor allem im Werkstättenunterricht. Jürgen Rainer, Lehrergewerkschafter aus der Steiermark, ortet nun eine "drohende Sicherheitsgefährdung" an HTLs.

Denn Direktoren wie Berzler würden "zielstrebig zur Selbstamputation schreiten". Der Bregenzer Schulleiter hatte nämlich vor seinem Rücktritt größere Gruppen im Werkstättenunterricht einführen wollen. Man solle besser "die Ursachen der Mangelwirtschaft bekämpfen", statt Schüler zu gefährden, so Rainer.

Mehr als 31.000 Unfälle habe es an Österreichs berufsbildenden mittleren und höheren Schulen in den letzten fünf Jahren gegeben, die meisten im Sportunterricht. 4700 waren es laut Allgemeiner Unfallversicherungsanstalt (AUVA) seit 2007 in der Steiermark. Relativ niedrig hingegen ist die Unfallzahl im fachpraktischen Unterricht. Rainer sieht den Grund darin, dass es im Sportunterricht keinen "Gefährdungsteiler" (Teilung der Klasse) gibt, im Werkstättenunterricht jedoch schon. Daher dürften die Gruppen dort nicht größer werden.

Schwierige Lage

Ingrid Tlapak, Leiterin der HTL-Bulme Graz-Gösting, sieht die Lage auf Nachfrage der Kleinen Zeitung ebenfalls schwierig. "Zum Teil müssen wir den Gefahrenteiler erhöhen, manchmal sind in Gruppen also neun Schüler statt der empfohlenen acht", sagt sie. Der Grund: "Wir wollen auch ein Angebot neben dem regulären Unterricht haben, etwa Zertifikate." Das gehe sich mit den zugeteilten Ressourcen nicht aus.

"Bei uns ist glücklicherweise noch nie etwas passiert", betont die Direktorin. Grundsätzlich sei der Klassenlehrer verantwortlich - dieser könne im Notfall sagen, dass ihm eine Gruppe zu groß ist.

"Erst im Vorjahr sind im Bereich der berufsbildenden höheren Schulen die Werkstattgruppen - nach einer vorhergehenden Vergrößerung - wieder verkleinert worden", erklärt Josef Galley, der Sprecher von Bildungsministerin Claudia Schmied. Man sei bemüht, die Ressourcen möglichst genau zuzuteilen.

Es gebe aber eben eine fixe Zuteilung, je nach Klassengröße, so Galley, der auch auf die sinkenden Schülerzahlen verweist: "Wenn es weniger Schüler gibt, können der Schule auch weniger Werteinheiten zugeteilt werden."

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Fakten

  • In der Steiermark gab es laut AUVA seit 2007 in berufsbildenden Schulen (BMHS) 4649 Unfälle. 2011 waren es 714. Die meisten Unfälle passierten im Sportunterricht. Auffallend viele Schülerunfälle im Bereich der BMHS gibt es in land- und forstwirtschaftlichen Schulen.

    Insgesamt am meisten Unfälle gibt es in den Hauptschulen.

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