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Zuletzt aktualisiert: 10.09.2012 um 13:40 UhrKommentare

Maler Giselbert Hoke wird 85

Der Kärntner Maler Giselbert Hoke studierte an der Akademie der Bildenden Künste in Wien, sorgte mit den Fresken im Bahnhof Klagenfurt für einen Skandal und leitete das Institut für Künstlerische Gestaltung an der TU Graz. Am Mittwoch wird er 85.

Foto © KLZ/Willi Rainer

Er wurde in Böhmen geboren, ist aber seit Jahrzehnten aus keiner Überblicksausstellung Kärntner Gegenwartskunst wegzudenken: Der seit langem in Kärnten ansässige Maler Giselbert Hoke feiert am Mittwoch (12. September) seinen 85. Geburtstag. Große Ausstellungen waren ihm zuletzt 2011 auf Schloss Wolfsberg und 2008 in Graz gewidmet, wo er über 20 Jahre lang das Institut für Künstlerische Gestaltung an der Technischen Universität Graz (TUG) geleitet hat.

Hoke wurde am 12. September 1927 im nordböhmischen Warnsdorf geboren. Der junge Mann begann sich früh für das Schmiedehandwerk zu interessieren, wurde aber am Ende des zweiten Weltkrieges so schwer verwundet, dass der erst 17-Jährige den rechten Arm verlor. Nach der Matura in Klagenfurt trat Hoke 1946 in die Akademie der Bildenden Künste in Wien ein.

1949 verzeichnete der junge Künstler seinen ersten großen Erfolg: Er gewann den Wettbewerb für die Gestaltung der 300 Quadratmeter großen Fresken am Klagenfurter Hauptbahnhof. Die Enthüllung im Jahr 1956 löste durch ihre am Werk Picassos orientierten Formensprache im konservativen Kärnten der Nachkriegszeit einen Skandal aus. Heute gelten die Fresken "als bedeutendes Beispiel der österreichischen Monumentalmalerei nach 1945", wie es vom Bundesdenkmalamt anlässlich der Restaurierung im Zuge des Bahnhof-Umbaus hieß. Nach 1958 arbeitete der Künstler immer öfter in Glas. Es entstanden Glaswände u.a. für St. Florian in Wien, die Verabschiedungshalle in Klagenfurt oder die Universität Wien.

Hoke wurde 1974 als Professor an die TUG berufen und mit der Gründung des Institutes für künstlerische Gestaltung beauftragt, das er bis 1995 leitete. In Schloss Halbenrain lehrte an der internationalen Sommerakademie "Hortus Niger", auch an der Internationalen Sommerakademie Salzburg unterrichtete er. Zentrum seines Schaffens ist und bleibt aber das Schloss Saager in Grafenstein bei Klagenfurt, das er bereits im Jahr 1961 kaufte, später renovierte und um ein "Werkhaus" ergänzte.

Im Zentrum von Hokes teilweise monumentalen Bildern standen Frauenakte und später Landschaften. Die darauf folgenden gegenstandslosen "Nada-Bilder" gaben 2008 seiner großen Ausstellung im Grazer Künstlerhaus auch den Titel: "Das wirksame Nichts". Reine Malerei, die der passionierte Hutträger und "'Grand Old Man' der Kärntner Künstlerschaft" ("Kleine Zeitung") im Vorjahr anlässlich eines Künstlergesprächs auf Schloss Wolfsberg so charakterisierte: "Man mag nix, man spürt nix, man liebt nix, man hasst nix - und dann wird für einen das Nix zu Etwas!"

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