26. November 2014, 19:15 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 18.07.2012 um 18:38 UhrKommentare

Der intuitive Zugang zur Musik

Die Pianistin Mihaela Ursuleasa konzertiert am Freitag bei der "styriarte".

Sie begannen als Wunderkind und sind heute eine "solide" Pianistin. Wie hat das funktioniert?

URSULEASA: Dieser Wunderkind-Begriff hat mich schon immer stutzig gemacht. Ein Kind an sich ist doch schon das Wunder, mit spezifischen Talenten. In meinem Fall hatte ich Glück, dass mein musikalisches Talent von Anbeginn gefördert wurde, da ich aus einer Musikerfamilie stamme. Zum Musizieren gezwungen wurde ich aber zunächst glücklicherweise nicht.

Zunächst nicht - später schon?

URSULEASA: Nach dem Tod meines Vaters, dem ich meine erste musikalische Ausbildung verdanke, kam ich, noch keine zehn Jahre alt, unter die Fittiche einer sehr strengen Lehrerin. Sie verkörperte den damals in kommunistischen Ländern üblichen Leistungsdruck quasi in Reinkultur.

Doch es gelang Ihnen bald, nach Wien zu entweichen. Wie kam das?

URSULEASA: Meine Lehrerin hatte den Ehrgeiz, für mich einen Karriere fördernden Mentor aus dem Westen zu finden. So reisten wir nach Wien, wo ich Claudio Abbado vorspielen konnte. Meine Lehrerin wollte ihn überreden, ein paar Konzerte mit mir zu veranstalten - ich war zwölf Jahre alt. Abbado aber meinte, er trete nicht mit kleinen Kindern auf, so talentiert sie auch sein mögen und riet uns eindringlich, von einer Fortsetzung der Wunderkind-Karriere abzulassen. Stattdessen sollte ich mich einem regulären Musikstudium unterziehen. Das machte mich letztlich zur "soliden Pianistin", wie Sie es formulierten.

Einen Rest des Wunderkind-Temperaments haben Sie sich aber bewahrt.

URSULEASA: Meinen intuitiven Zugang zur Musik habe ich nie aufgegeben - ich bin keine akademische Pianistin. Wenn man als Musikerin etwas so gestaltet, wie man es wirklich empfindet, wird man glaubwürdig. Ob das Resultat gefällt, ist Geschmackssache. Ich hatte schon erlebt, dass zwei Kritiker desselben Konzertes komplett gegensätzliche Urteile gefällt haben. Das gefällt mir, denn offenbar bewege ich mit meinem Spiel die Gemüter und befinde mich nicht in einer indifferenten Grauzone.

Mihaela Ursuleasa bei der "styriarte": 20. Juli, 20 Uhr, Helmut-List-Halle, Graz. Karten: Tel. (0 31 6) 825 000.

  • Druckbare Version anzeigen
  • E-Mail

Kommentare

Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

» Kommentar erstellen

Wir weisen darauf hin, dass dieses Forum nicht moderiert wird. Als Nutzer stimmen Sie der Speicherung der von Ihnen angegebenen Daten (Stamm-, Verkehrsdaten, etc.) ausdrücklich zu. Bei der Erstellung von Kommentaren haben Nutzer rechtliche Bestimmungen (zB Privat-, Strafrecht), die Netiquette und Forenregeln einzuhalten. Beschimpfungen, Verspottungen, Belästigungen, Ehrbeleidigungen, etc. sind daher verboten! Beiträge, die diesen Bestimmungen zuwiderlaufen, werden bei Kenntnis gelöscht, Nutzer allenfalls gesperrt. Die angegebenen Daten werden an staatliche Stellen (zB Polizei, Gericht) bei Untersuchung von vom Nutzer verbreiteten Materialien, oder sonst vorgenommenen ungesetzlichen Aktivitäten, weitergegeben. Weiters werden angegebene Daten (Name, Postanschrift und E-Mail-Adresse, jedoch keine Handynummer) an sonstige Dritte bei Verletzung von Rechten oder sofern deren Rechtsverletzung nachvollziehbar behauptet wird (zB gem. § 18 Abs. 4 ECG), weitergegeben. Mit der Erstellung von Kommentaren stimmen Sie dem ausdrücklich zu und verzichten auf die Geltendmachung von jeglichen Ansprüchen. Siehe dazu auch unsere Forenregeln/Betriebsbedingungen in den AGB.

Gefahren-Atlas Graz

  • Großes Echo auf unseren Aufruf: Leser der Kleine Zeitung sagen, welche Kreuzungen in der Stadt sie für gefährlich halten. Mit Ihrer Hilfe werden wir den Gefahrenatlas des Grazer Verkehrsnetzes laufend erweitern und aktualisieren.


Events & Tickets

  • Die besten Events in Kärnten und der Steiermark. Plus: Tickets für alle Veranstaltungen in ganz Österreich online bestellen.