28. November 2014, 16:47 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 20.06.2012 um 22:03 UhrKommentare

Das Werbedickicht im Visier

Ab heute tagt das Internationale Städteforum in Graz. Thema: die umworbene Stadt. Erklärtes Ziel: Plakatwald und Werbedschungel zu lichten.

Foto © Fuchs

Man sieht die Werbung vor lauter Plakaten nicht mehr. Fragt man Gertraud Strempfl-Ledl vom Internationalen Städteforum nach den Grazer Negativbeispielen in Sachen Werbung, ist sie nicht mehr zu stoppen. "Ein gutes Beispiel sind die Ortseinfahrten von Graz: Bevor ich Häuser sehe, sehe ich Laufschriften, Fahnenwälder und sich ewig dahinziehende Plakatwände. Die Stadt ist optisch zugemüllt, das Flair wird zerstört."

Deshalb tagen ab heute in Graz Stadtplaner und Werbeleute aus Österreich, Deutschland, Slowenien und der Schweiz zum Thema Stadtgestaltung und Werbung. Ebenso im Fokus: Denkmalpflege und Baukultur. Gertraud Strempfl-Ledl: "Nicht nur, dass Passanten einfach mit den zahlreichen Botschaften überladen werden, man nehme Menschen mit Beeinträchtigungen. Man will sich gar nicht vorstellen, wie oft Blinde in der Herrengasse oder Sackstraße über ausklappbare Werbeständer oder wahllos hingestellte Angebotsschütten fallen."

Weiters bemängelt die Fachfrau die Qualität der Werbung und vor allem die Frage, wie das Straßenbild auf Touristen wirkt. Nämlich wenig einladend, so Strempfl-Ledl. "Alte Häuserfassaden kann man ja schon gar nicht mehr richtig fotografieren, weil alles zugehängt ist." Laut Städteforum kommen auf hundert Grazer knapp drei 16-Bogen-Werbeplakate. In Wien oder Zürich sind die Werte mindestens um die Hälfte niedriger.

"Das stimmt so nicht", sagt Ankünder-Unternehmenssprecher Dieter Weber. "Als Stadtplaner muss ich selbstverständlich die Fläche als Grundlage für solche Berechnungen verwenden und nicht die Einwohnerzahl. Und dann sieht die Sache schon wieder ganz anders aus." Außerdem verfolge man beim Ankünder sowieso schon seit Längerem die Devise: Weniger ist mehr. Allein in den letzten dreieinhalb Jahren habe man in der Steiermark zehn Prozent der Werbeflächen rückgebaut. Weber: "Als Unternehmen muss man aber gegenüber anderen Medien wettbewerbsfähig bleiben. Das heißt, dass man dem Kunden die Vollabdeckung bieten muss." In Zukunft will man aber das Hauptaugenmerk auf Selektion legen. "Wir werden zwar versuchen, noch einige weiße Flecken auf der Karte zu bekommen. Das ist aber mit einem überproportionalen Abbau verbunden. Sprich: Für einen neuen Standort könnte man zwei von der Liste streichen."

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