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Zuletzt aktualisiert: 20.06.2012 um 08:42 UhrKommentare

Zwischen Verzweiflung und Wut

Nach Lauras Tod erheben die Eltern Nina und Michael Raidl aus Leoben schwere Vorwürfe gegen Ärzte im LKH. Die Klinik dementiert.

Foto © BREITEGGER

Laura wäre im August vier Jahre alt geworden. Sie war unser einziges Kind. Aufgeweckt und herzlich war sie." Nina und Michael Raidl aus Leoben sind verzweifelt. Sie sind aber auch wütend auf die Ärzte der Kinderchirurgie im Grazer LKH. Dort ist das kleine Mädchen, wie exklusiv berichtet, nach einer Zahnoperation Samstag voriger Woche gestorben. "Das hätte alles nicht passieren dürfen. Das war pure Schlamperei." Der Kleinen Zeitung schildern sie, was vorige Woche geschehen ist, was sie und die ganze Familie durchgemacht haben und wie verzweifelt sie nach Lauras Tod sind.

"Laura hatte schlechte Zähne", sagt der Vater. "Die oberen Zähne waren voll mit Karies und angeblich waren sie auch eitrig. Die Kinderärztin hat uns ins Grazer LKH überwiesen."

Nina Raidl fuhr Montag voriger Woche mit ihrer Tochter in die Kinderchirurgie. "Um halb elf ist sie drangekommen. Mehrere Zähne mussten ihr gezogen werden. Um halb drei war sie aber immer noch nicht aufgewacht - und mir hat niemand gesagt, was mit meinem Kind los ist." In ihrer Verzweiflung habe sie am Abend ihren Mann angerufen, erzählt die Mutter. Michael Raidl bestätigt das. "Gemeinsam mit meinem Vater sind wir nach Graz gefahren. Erst unter Androhung rechtlicher Schritte hat man uns erklärt, dass es Komplikationen gegeben habe."

Gehofft und gebangt

Am nächsten Tag, so Lauras Vater, hätten ihnen die Ärzte mitgeteilt, dass Laura sterben würde. Franz Raidl: "Wir sollen uns 22.000 Euro Entschädigung abholen, haben sie gesagt. Mehr sei nicht drinnen." Die Klinikleitung widerspricht dem massiv: Diese Aussage sei nie gefallen.

Eltern, Großeltern, Tanten und Onkel - alle waren bei Laura im Krankenhaus, die ganze Woche über. "Wir haben gehofft und um unsere Kleine gebangt", erinnern sich die Großeltern Claudia und Franz Raidl aus Breitenau. "Von acht Uhr früh bis 21 Uhr am Abend sind wir im Krankenhaus gewesen, jeden Tag. Am Freitag haben sie uns dann heimgeschickt. Am Samstag ist unsere Enkelin verstorben."

Obduktion

Die Todesursache muss nun der Gerichtsmediziner feststellen. Laut Spital ist Laura nach mehreren Komplikationen gestorben. Wie es dazu kam, wird von Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt (Mordgruppe) untersucht. Alle Unterlagen wurden beschlagnahmt. Harald Winkler und Raimund Sattler sind bereits bei den Einvernahmen.

Der Großvater behauptet zu wissen, was im Operationssaal passiert ist. "Während der Behandlung ist der Sauerstoffschlauch verrutscht. Eine Schlamperei. Die Narkoseärzte mussten neuerlich intubieren. Es ist zu einem Sauerstoffmangel im Gehirn gekommen. Als die Kleine nicht aufgewacht ist, haben sie sie in Tiefschlaf versetzt und eine Schädeluntersuchung durchgeführt. Dabei haben sie festgestellt, dass das Kleinhirn massiv geschädigt war. Das hat uns der Professor gesagt", so Franz Raidl. Diese Aussagen sollen sich mit den Angaben des Spitals in der Anzeige decken.

"Er hat uns aber auch versichert, Selbstanzeige erstattet zu haben - und man hat uns im Spital empfohlen, keinen Anwalt zu nehmen. Wir würden sowieso alles verlieren", so Michael Raidl. Auch dies dementiert die Klinik.

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