23. November 2014, 15:49 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 14.04.2012 um 20:02 UhrKommentare

Radikaler Pfarrer nimmt Homosexuelle ins Visier

Ein südsteirischer Pfarrer sorgt mit radikalen Ansichten zum Thema Homosexualität für Aufregung. Die Diözese hat dafür kein Verständnis.

Foto © Thomas Wieser

Für seine radikalen Ansichten gegenüber dem Islam ist Karl Tropper - Pfarrer im südsteirischen St. Veit am Vogau - hinlänglich bekannt. Jetzt sorgt er mit einer mehrseitigen Beilage zum Thema Homosexualität im jüngsten Pfarrblatt für Aufregung. Aufmerksam macht darauf ein junger Mann (Name der Redaktion bekannt), der in Graz Lehramt für Katholische Religion studiert und den Text als hetzerisch und diskriminierend beurteilt. "Gott liebt alle Menschen, wieso schaffen das die Menschen nicht?", fragt sich der 25-Jährige.

Und tatsächlich geht es in dem Text ordentlich zur Sache: Wissenschaftliche Erkenntnisse zur Homosexualität werden darin publiziert. Demnach handle es sich nach biologischer und psychologischer Erkenntnis um eine Krankheit. Eine erworbene Sexualneurose, die die Lebens- und Arterhaltungsfunktionen störe. Homosexualität wird weiters als Triebverirrung beschrieben. "Homos" seien unglückliche, ruhelose Menschen, denen die Einsicht fehle. Dann kommt ganz harter Tobak: Außerdem hätten sie mehr als sechs Millionen Aids-Tote zu verantworten.

Auch die Bibel wird über eineinhalb Seiten zitiert. Diese verurteile die widernatürliche Praxis unmissverständlich und streng. Der Alte Bund schreibe für diese Verirrung gar die Todesstrafe vor. Pfarrer Karl Tropper meint auf Anfrage der Kleinen Zeitung lapidar: "Was ist da falsch?" Und die Empörung des jungen Studenten quittiert er mit der Aussage: "Es ist gesund für ihn, nachzudenken."

Auf wenig Verständnis stoßen die radikalen Ansichten des südsteirischen Pfarrers bei Johannes Ulz vom Pastoralamt der Diözese Graz-Seckau: "Durch die Beilage des jüngsten Pfarrblattes der Pfarre St. Veit am Vogau fühlen sich homosexuelle Menschen diskriminiert, verletzt und verhetzt, gedemütigt und entwürdigt. Das macht mich sehr betroffen." Es sei auch klar, dass damit die kirchlichen Vorgaben und Grundsätze in der Seelsorge völlig missachtet werden. Die katholische Kirche rufe in ihrem Katechismus dazu auf, homosexuell geprägten Menschen mit Achtung, Mitgefühl und Takt zu begegnen. Man müsse sich hüten, sie in irgendeiner Weise ungerecht zurückzusetzen. Die Würde einer Person sei unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung. Gottes Liebe und Zuwendung gelte jedem Menschen. Einzige Aufgabe der Kirche sei es, diese Zuwendung Gottes für die Menschen erfahrbar zu machen. Aufwecker Seite 19

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