24. November 2014, 16:04 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 08.04.2012 um 07:00 UhrKommentare

Erwin Löschberger: Im Urknall, der zum Himmel führt

Erwin Löschberger, Theologe, Liturgiebeauftragter und Chorleiter, vergab einen Kompositionsauftrag für ein Osteroratorium an Peter Planyavsky. In der Grazer Schutzengelkirche findet demnächst die Uraufführung statt.

Foto © SABINE HOFFMANN

Musik war meine Muttermilch", sagt Erwin Löschberger. Denn der Vater leitete den Kirchenchor in Hartberg, in dem auch die Mutter mitwirkte, und die sieben Kinder - von denen er das sechste war - sangen alle im Kinderchor des Vaters mit. Bei Rita Melem lernte Löschberger dann Klavier und war schon bei Professor Jakab fürs Studium angemeldet, da hat er "Angst gekriegt vorm vielen Üben". Dazu kam, dass er wie alle älteren fünf Geschwister im Bundesjugendorchester mitspielen wollte. Mit 15 Jahren begann Löschberger daher in Oberschützen bei Robert Freund das Waldhornstudium. Das Motiv "Faulheit" ist wohl nicht ganz wörtlich zu nehmen, erhielt Löschberger doch 1979 im Rahmen von "Jugend musiziert" den Sonderpreis der Wiener Symphoniker. Den Weg zur Chormusik fand Löschberger schließlich im Gymnasium, als er für den Leiter des Schulchors einspringen sollte.

Der Weg zur Chormusik

Die Vertretung klappte so gut, dass er bereits mit 18 Jahren den Chor übernehmen konnte. Während seiner Zeit im Priesterseminar leitete er außerdem die dortige Choralschola. Das Theologiestudium schloss er 1986 ab, merkte aber schon davor, dass das Alleinleben nichts für ihn sei. 1987 heiratete er seine Frau Sonja, die die Fächer Religion und Deutsch unterrichtet und derzeit an der Caritasschule lehrt. Tochter Judith, 1988 geboren, hat die Liebe zur Chormusik praktisch geerbt und wirkt gleich in vier Chören mit; natürlich auch in der Chorgemeinschaft Schutzengel, die ihr Vater seit über 20 Jahren leitet. Der 1990 geborene Sohn Tobias will Schauspieler werden.

Da aus der Priesterlaufbahn nichts wurde, stellte sich die Frage nach einer Jobalternative. Philipp Harnoncourt hatte gerade die Stelle des Liturgiereferenten der Diözese Graz-Seckau installiert und fand in Löschberger eine Idealbesetzung. In dieser Funktion sorgt Löschberger für die Aus- und Weiterbildung all jener, die in der Gottesdienstgestaltung aktiv sind.

Demnächst feiert Löschberger Geburtstag. Und was wünscht sich ein Theologe und Musiker zum 50. Geburtstag? Die Uraufführung eines Osteroratoriums. Und diesen Wunsch erfüllt er sich gleich selbst. Löschberger erteilte einen Kompositionsauftrag an den renommierten Wiener Komponisten und Organisten Peter Planyavsky. Der Text dazu stammt natürlich von Löschberger selbst. "Die Welt ist wie ein großes Grab, das wartet auf den letzten Tag, an dem ersteht, was jetzt vergeht . . . im Urknall, der zum Himmel führt", heißt es im Eröffnungschor. Menschliche Grabeserfahrungen wie sexueller Missbrauch, Arbeitslosigkeit, Liebesenttäuschung und Pflegeabhängigkeit wenden sich in Hoffnungsmomenten und werden mit dem Schicksal Jesu kombiniert. "Du schenkst Kraft zum Aufstand für das Leben" heißt es da zuletzt. Planyavskys spannungsreiche Musik übersetzt die Inhalte sehr nachvollziehbar, meint Löschberger. Und wenn er dann das Osteroratorium von Bach und "Leben aus dem leeren Grab - ein Osteroratorium" von Planyavksy dirigiert, wird aus dem sonst so ruhigen Menschen ein völlig anderer. Denn: "Dynamisch bin ich nur in der Musik", sagt Erwin Löschberger. "Osteroratorium x 2". Johann S. Bach und Peter Planyavsky. Schutzengelkirche, Graz. 22. 4., 18 Uhr. Tel. 0 680/55 48 186

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Fakten

  • Erwin Löschberger, geboren am 24. April 1962 in Hartberg.

    Instrumentalstudium (Waldhorn) in Oberschützen von 1977 bis 1982.

    Theologiestudium, abgeschlossen 1986.

    Liturgiereferent der Diözese Graz-Seckau seit 1988.

    Verheiratet seit 1987 mit Sonja. Tochter Judith (1988) und Sohn Tobias (1990).

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