26. November 2014, 16:26 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 25.01.2012 um 08:17 UhrKommentare

Gastgärten in Graz: Der Streit ist neu entfacht

Nach Erkenntnis vom Höchstgericht: Anrainer hoffen auf Verbesserungen, Wirte bangen um das Leben in der Innenstadt, die Stadt wartet ab.

Foto © Fuchs

Ordentlich Rückenwind verspüren Anrainer, die sich durch Gastgärten im Sommer um den Schlaf gebracht sehen. "Endlich ist klar, dass Gastgärten auch Lärm verursachen", sagt Monika Huber von der "Sperrstunden Initiative Steiermark" (Spinst). Sie will nun die einheitliche sommerliche Sperrstunde von 23.30 Uhr zu Fall bringen. An die sich ohnehin niemand halte, wie Perikles Tsiros schimpft. "Ich wohne seit 40 Jahren hier im Bermudadreieck. Die Leute sitzen oft bis 24 Uhr und danach fangen sie erst an, Sessel und Tische wegzuräumen."

Verfassungwidrig

Ein Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes hat ja einen Teil der Gewerbeordnung als verfassungswidrig gekippt und räumt Anrainern in Sachen Lärm mehr Rechte ein.

Huber: "Nun ist klar, dass bei der Genehmigung von Gastgärten auf die Umgebung Rücksicht genommen werden muss." Es mache einen Unterschied, ob der Gastgarten neben der Straße oder in einem Innenhof liegt. "Derzeit gilt im Sommer für alle die Sperrstunde um 23.30 Uhr. So lässt die Stadt unzumutbare Gesundheitsgefährdung zu."

Bei den Wirten ist die Freude verhalten. Gerald Schwarz von Aiola City sagt, dass "noch immer ein erträglicher Kompromiss gefunden wurde" - einerseits. Andererseits ärgert ihn das strenge Vorgehen der Stadt: "Im Vorjahr sind einmal Gäste bis 23.40 Uhr gesessen - und ich habe eine Strafe von 365 Euro bezahlen müssen. Das ist Graz." In Salzburg sei er selbst bis 3.30 Uhr in Gastgärten gesessen, ohne dass sich wer beschwert hätte.

Johann Schwinzerl vom Mohrenwirt will die jetzige Regelung behalten: "Man muss die Gäste eben rechtzeitig bitten, ins Lokal zu wechseln. Da sind manche Wirte selber schuld, wenn es zu Problemen mit Anrainern kommt."

Und die Stadt? Die wartet ab. "Zuerst müssen wir schauen, was der Bund aus dem Erkenntnis macht", so Bürgermeistersprecher Thomas Rajakovics. Und er bleibt dabei: "Jetzt wurde ein Streit angefangen, der eigentlich schon beigelegt war."

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Gastgärten in Graz

  • Wer in Graz einen Gastgarten aufsperren will, kann das ohne bürokratische Hürden tun. Es braucht kein eigenes gewerberechtliches Verfahren und keine eigene Betriebsstättengenehmigung für den Gastgarten. Nur das Straßenamt muss zustimmen, damit nicht Fußgänger, Rad- oder Autofahrer behindert werden.

    Nach jahrelangem Kampf zwischen Anrainern und Wirten hat die Politik die allgemeine Sperrstunde für 23.30 Uhr festgesetzt. Das wird streng kontrolliert - und daher auch eingehalten.

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