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Zuletzt aktualisiert: 20.01.2011 um 05:26 UhrKommentare

Zu wenige Lehrer für die Neuen Mittelschulen

Werden die Neuen Mittelschulen ausgeweitet, wird es weniger Teamteaching geben. Insgesamt werden aber mehr Pädagogen gebraucht. Doch da gibt es schon jetzt einen Mangel.

Foto © Christian Schwier - Fotolia

Weniger Stunden für die Neuen Mittelschulen - das wird in der Steiermark Realität, wenn sich die Regierungsparteien darauf einigen, den Schulversuch für alle Hauptschulen möglich zu machen und nicht nur für zehn Prozent wie bisher. Die ÖVP hat ihre Zustimmung ja bereits bekundet. Doch es ist zu befürchten, dass das System für die dazukommenden Schulen in der derzeitigen Form nicht aufrecht erhalten werden kann. Denn das Konzept der Neuen Mittelschulen setzt auf Teamteaching mit zwei Lehrern in den Klassen.

Mit sechs Lehrerstunden weniger werde dies wohl nur noch in den Hauptgegenständen Deutsch, Mathematik und Englisch möglich sein, sagt Landesschulratspräsident Wolfgang Erlitz dazu. "Darüber hinausgehende Maßnahmen wie Teamteaching in weiteren Fächern oder die zusätzliche Betreuung von Migrantenkindern gäbe es dann bedauerlicherweise nicht mehr." Für die bereits bestehenden Neuen Mittelschulen ändere sich hingegen vorerst nichts.

Der Hintergrund: Für die Neuen Mittelschulen zahlt der Bund sechs zusätzliche Lehrerstunden. Das Land Steiermark packt (als einziges Bundesland) noch einmal sechs Stunden darauf. Das ist auch den Kleinschulen geschuldet, die viele Ressourcen bekommen sowie einer personellen Unterbesetzung der Schulen. Würden zu den bestehenden 37 künftig noch rund 80 Neue Mittelschulen kommen, kann das Land für die zusätzlichen Schulen die Mittel nicht mehr aufbringen.

Diese werden derzeit für individualisiertes Lernen eingesetzt. In der Neuen Mittelschule Graz-Kepler etwa gibt es Teamteaching in fast allen Fächern. So bekommen in "offenen Lernstunden" stärkere Schüler schwierigere Aufgaben als weniger talentierte. "Wenn es um die Individualisierung der Schüler geht, braucht man zumindest zwei Lehrer", sagt Direktor Kurt Hofmann. Gäbe es dies nur in manchen Gegenständen, "wäre die Neue Mittelschule nur ein Etikettenschwindel", meint er.

Woher die Lehrer nehmen?

Ein weiterer Knackpunkt: Kommen viele neue Standorte der Neuen Mittelschule dazu, werden auch mehr Lehrer gebraucht. Doch das könnte noch zu einem Problem werden. Denn schon jetzt will kaum noch ein Junglehrer in Regionen wie Liezen oder Gröbming zum Unterrichten (siehe Infobox). Dazu kommt eine Pensionierungswelle. In den naturwissenschaftlichen Fächern gibt es bereits einen Mangel an Lehrern.

In der Neuen Mittelschule Graz-Kepler macht sich dies schon bemerkbar. "Für Mathematik war es nicht möglich, einen AHS-Lehrer für Teamteaching zu bekommen", sagt Direktor Hofmann. Die vom Bund finanzierten zusätzlichen Lehrer müssen nämlich AHS-Lehrer sein. Diese für die Neuen Mittelschulen zu bekommen, ist in der Praxis aber nicht immer möglich. Daher werden derzeit auch Hauptschullehrer aus dem Landeskontingent herangezogen.

Kommt die Reform der Bundesregierung, wäre tatsächlich eine Ausweitung der Neuen Mittelschule frühestens ab Herbst 2012 möglich.

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LEHRERMANGEL

  • Eine Pensionierungswelle wird in den nächsten Jahren Junglehrer zunehmend begehrt machen. Vor allem in naturwissenschaftlichen Fächern und in exponierten Regionen wie Liezen oder Gröbming ist der Lehrermangel schon spürbar.

    Um Junglehrer stärker an die Region zu binden, gi bt es Pläne, zumindest einen Teil der Lehrerausbildung dort abzuhalten. Die Pädagogische Hochschule Steiermark arbeitet an einem Konzept.

    Derzeit gibt es laut Landesschulratsvizepräsidentin Elisabeth Meixner aber noch nicht genügend Interessenten für eine Initiative vor Ort.

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