19. Dezember 2014, 09:42 Uhr | Aktualisiert vor - min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 24.02.2013 um 09:57 UhrKommentare

Der Fleischskandal erreicht die Steiermark

Deutsche Handelskette zieht Pastasauce aus dem Verkauf: Sie stammt von der Ennstaler Firma Landena. Dort geht man davon aus, dass der Fehler auf "falsch deklarierte Rohware zurückzuführen ist".

Foto © Fotolia_Jack Jelly

Sauce bolognese, hergestellt von der Stainacher Firma Landena und abgefüllt ins 420-Milliliter-Glas: Bis Freitagnachmittag vertrieb die deutsche Handelskette Tegut die Pastasauce in Hessen. Dann kam der Rückruf: Die Handelskette hatte im firmeneigenen Labor Spuren von Pferde-DNA gefunden.

Ursachenforschung läuft

"Die Ursachenforschung ist noch nicht vollständig abgeschlossen", heißt es seitens des Unternehmens dazu. Und: Eine Gesundheitsgefährdung gehe von dem falsch deklarierten Produkt jedenfalls nicht aus. Die deutschen Konsumenten sind dennoch aufgewühlt: "Was ist die Qualitäts- und Herkunftsgarantie jetzt noch wert?", ärgert sich etwa einer auf der Tegut-Homepage. Schuld seien aber die Verbraucher selbst, die billiges Essen haben wollen.

Bei Landena ist man um Aufklärung bemüht: "Wir haben schon zu Beginn des Pferdefleischskandals beschlossen, unsere Produkte testen zu lassen", sagt Geschäftsführer Bernhard Gruber zur Kleinen Zeitung. Die Ergebnisse waren bis dato negativ - am Dienstag sollen die Tests abgeschlossen sein. "Wir gehen davon aus, dass der Fehler auf falsch deklarierte Rohware zurückzuführen ist, hieß es in einer Presseerklärung am Samstag. Das Fleisch für die Sauce - es handelt sich um 2,5 Tonnen - stammt aus Österreich (53 Prozent), Tschechien (20), der Slowakei (15), Ungarn (11) und Polen (1). Zerlegt wurde es in drei österreichischen Betrieben. "Wir sind dabei, die Warenströme rückzuverfolgen. Sie sind gut dokumentiert, aber das ist aufwendig". In Österreich wurde die Sauce nicht verkauft.

Dass der Schuldige auf diesem Weg gefunden wird, kann der Geschäftsführer allerdings nicht garantieren: "Es ist keine systematische Manipulation. Wir haben unsere Produkte ja immer wieder stichprobenartig getestet." Ein dichtes Netz an Proben soll jedoch garantieren, dass künftig tatsächlich nur Rind- und kein Pferdefleisch den Stainacher Betrieb verlässt. Die Handelskette Tegut vertreibt übrigens weiterhin jene Landena-Nudelsaucen, die kein Fleisch enthalten.

Geständnis in Kärnten

Indes gibt es auch eine Wendung im Kärntner Fleischskandal: Der Lavanttaler Unternehmer, in dessen "Kärntner Hauswürstel" und "Lavanttaler Bauernwurst" Pferdefleisch nachgewiesen wurde, hat überraschend ein Geständnis abgelegt. "Mein Mandant gibt zu, von der Verarbeitung von Pferdefleisch in den Produkten gewusst zu haben", erklärt der Anwalt des Fleischhauers, Franz Großmann. Er soll es seit rund zweieinhalb Jahren wissentlich beigemengt haben.

Der Grund mutet kurios an: "Die Qualität der Würste ist gestiegen, es gab einen Umsatzsprung". Das Landeskriminalamt ermittelt.

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