25. November 2014, 02:46 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 15.01.2013 um 18:54 UhrKommentare

Bürgermeister: "Höchstens ein paar Ausreißer"

Schladming wehrt sich gegen Vorwürfe wegen zu hoher WM-Preise. Es gäbe zwar vereinzelte Ausreißer nach oben, im Großen und Ganzen seien die Preise bei der WM aber durchwegs fair.

Foto © HUBER

"Man wird nicht in zehn Tagen reich, aber wenn man es gut macht, vielleicht in zehn Jahren." Mit diesem Slogan appellieren die Schladminger Verantwortlichen schon seit Monaten an die Preisdisziplin der Betriebe in der WM-Region. Bürgermeister, Touristiker und auch Vertreter der Wirtschaftskammer warnen beinahe schon gebetsmühlenartig davor, das Image der wichtigsten Wintertourismusregion des Landes nicht mit überzogenen Preisen während der Weltmeisterschaft zu torpedieren.

Dass jetzt, knapp drei Wochen vor Beginn des größten Sportereignisses dieses Winters doch noch eine Diskussion um angebliche WM-Preistreiberei vom Zaun gebrochen wird, entbehrt - glaubt man den Verantwortlichen - zum allergrößten Teil einer reellen Grundlage.

Jürgen Winter, Bürgermeister der WM-Stadt Schladming

1. Wie viel Freude hat man als Bürgermeister so knapp vor der WM mit einer Diskussion über Preistreiberei?
JÜRGEN WINTER: Ich habe damit kein Problem. Ich stelle mich den Diskussionen erhobenen Hauptes, auch wenn ich der Meinung bin, dass das Problem weitestgehend keines ist. Wir haben uns in vielen Veranstaltungen mit unseren Wirtschaftstreibenden verständigt, das Augenmaß zu bewahren. Daran hält sich die überwiegende Mehrheit und darauf bin ich stolz.

2. Mögliche Ausreißer nach oben werden aber kaum zu verhindern sein, oder?
JÜRGEN WINTER: Natürlich nicht, man kann schließlich keinem Unternehmer vorschreiben, wie er in seinem eigenen Betrieb die Preise zu gestalten hat. Aber nicht nur die Unternehmer sind mündig, sondern auch die Konsumenten. Die suchen sich ja auch aus, ob sie einen Preis bezahlen wollen, oder nicht. Dort, wo wir die Möglichkeit haben, nämlich im öffentlichen Raum, haben wir die Preise reglementiert.

3. Sie kennen die Stadt und die Preise. Würden Sie das Preisniveau bei der WM als günstig bezeichnen?
JÜRGEN WINTER: Das hängt klarerweise sehr vom Einzelnen ab. Ein Tagesgast bei der WM mit einem normalen Ticket, der sich normal verpflegt, kommt jedenfalls samt Anreise mit 60 oder 70 Euro aus. Das ist für eine Großveranstaltung sicher nicht ungünstig. Mit VIP-Tribüne und mehrgängigem Gourmetmenü schaut die Sache freilich anders aus. Nur kostet beispielsweise auch auf der Grazer Opernredoute eine Tischreservierung zwischen 90 und 250 Euro und keinen regt das besonders auf.

Jürgen Winter, Bürgermeister von Schladming: "Natürlich gibt es, wie immer, ein paar Ausreißer. Zum weitaus größten Teil sind aber Vermieter und Gastronomen finanziell gesehen wirklich am Boden geblieben. Darauf kann man durchaus stolz sein und das bin ich auch."

Zimmerpreise limitiert

Um die Zimmerpreise während der WM im vernünftigen Rahmen zu halten, hat man sich im Tourismusverband Schladming-Dachstein einen Kniff einfallen lassen. Geschäftsführer Hermann Gruber: "Wir haben über den Verband ein Kontingent von circa 3000 Zimmern, beziehungsweise rund 7000 bis 8000 Betten von den heimischen Vermietern aufgekauft, das von uns an die Gäste zentral vermittelt wird."

Dabei habe man sich mit den Vermietern auf einen WM-Zuschlag von 20 Prozent auf den normalen Saisonpreis geeinigt. Das sei - gerade im internationalen Vergleich bei Großveranstaltungen mehr als nur im Rahmen. Ob die Vermieter dieses Angebot annehmen, liegt aber klarerweise bei ihnen. Man könne nämlich klarerweise niemanden zwingen.

Von vereinzelten schwarzen Schafen weiß man auch in der Wirtschaftskammer. Franz Perhab, Spartenobmann der Hotellerie betont allerdings, dass es sich dabei um wenige Ausnahmen handle: "Wir haben uns die 64 wichtigsten Hotels in der Region genau angeschaut und kommen dabei auf einen durchschnittlichen Preis von 180 Euro pro Nacht und Doppelzimmer." Das liege, für die gehobene Drei- und Vierstern-Hotellerie absolut im Hauptsaisonschnitt. Selbst Bauchweh hat der Wirtschaftskämmerer angesichts der Tatsache, dass es auch vereinzelte Betriebe gäbe, die es mit einem WM-Aufschlag von bis zu 200 Prozent probieren.

Billiger als beim Ball

Streng reglementiert sind auch die Preise für Getränke und Speisen, die im Freien verkauft werden. Und das, wie der Bürgermeister betont, auf günstigem Niveau. Winter, der jüngst beim Steirerball in Wien zu Gast war, rechnet vor: "Beim Ball hat ein großes Bier 5,50 Euro gekostet, da sind wir bei der WM immerhin einen Euro billiger." Vertraglich abgesichert wurde auch, dass im öffentlichen Raum keine alkoholischen Getränke mit mehr als 15 Volumsprozent ausgeschenkt werden dürfen. Damit sollen Alkoholexzesse hintangehalten werden.

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Zitiert

  • "Beim Steirerball in Wien hat das große Bier 5,50 Euro gekostet. Da sind wir bei der WM sogar einen Euro billiger."
    Jürgen Winter, Bürgermeister

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