23. November 2014, 04:37 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 13.01.2013 um 20:21 UhrKommentare

Land der Kaiserschnitte

Knapp 35 Prozent der Kinder wurden im Steirerland per Kaiserschnitt entbunden. Das ist weit mehr als im Österreichdurchschnitt.

Foto © Barbara Helgason

Bei den Frauenheilkundefachleuten dauert es annähernd zwölf Monate, bis ihr "Baby" da ist: der Jahresbericht zum Geburtenregister. Die große Datenmenge muss erst ausgewertet werden, dient der Qualitätssicherung - und liefert dem "Publikum" obendrein interessante Fakten. Trend schlechthin: "Mehr als jedes dritte Kind wurde 2011 per Kaiserschnitt entbunden", erzählt Primar Hans Hoffmann (LKH Feldbach-Fürstenfeld). Tendenz steigend. Die Steiermark liegt im Österreichvergleich deutlich über dem Durchschnitt. Knapp 35 Prozent der Kinder (3472) kamen per Kaiserschnitt zur Welt. Und in etwa vier von zehn Fällen hat es sich um eine geplante Operation (noch vor dem Blasensprung/Einsetzen der Wehen) gehandelt.

Gezielte Entbindungen

"Natürlich gibt es gezielte Entbindungen", bestätigt Hofmann. Auch der Schönheit wegen? Das bezweifelt der Mediziner. Beim bekannten Model Alessandra Ambrosio (Victoria's Secret) soll das 2012 der Fall gewesen sein und löste prompt Kritik aus. "Die Narbe bleibt doch sichtbar", kann Hofmann einen derartigen Trend hierzulande nicht erkennen. Sehr wohl schildert er einen anderen: Mütter, die beim ersten Kind eine Kaiserschnittentbindung hatten, werden diese in 81 Prozent der Fälle auch das nächste Mal wollen beziehungsweise erhalten.

Dafür gibt es viele Gründe, wie etwa die Sicherheit - werdende Eltern und Geburtshelfer wollen Risiko vermeiden. Das zunehmende Alter der Mütter ist ein anderer Grund, warum die Kaiserschnittrate jährlich steigt.

Gut zu wissen: "Das Level ist extrem hoch, auch bei der Versorgung von Frühgeburten", sagt Hofmann und lobt die Abteilungen in Graz und Leoben mit angeschlossener Neonatologie. "Vier Kinder mit einem Gewicht zwischen 500 und 700 Gramm überlebten." Landesweit lag die Frühgeburtenrate bei neun Prozent.

Dass sich die Spitalsreform, konkret die Schließungen von Wagna und Voitsberg, negativ auf das steirische Geburtenregister auswirkt, denkt Hofmann nicht. "Ich habe in 34 Dienstjahren die Schließung von zehn Abteilungen erlebt. Die Frauen stellen sich um." Zu wenige Geburten seien für Abteilungen nicht gut. 1177 Kinder waren es 2011 in Feldbach, nur Graz (2799) hatte noch mehr.

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Fakten

  • 34,4 Prozent machte die Kaiserschnittrate der in der Steiermark entbundenen Kinder aus. Das ist mehr als in den Jahren zuvor und um 5,5 Prozent über dem Österreichdurchschnitt. Operativ entbunden wurden 90 Prozent der Zwillinge.

    10.097 Kinder sind 2011 in den Kages-Häusern sowie in Schladming, Graz-St.-Leonhard und Graz-Ragnitz zur Welt gekommen. Die Daten gehen an das Geburtenregister, das der Qualitätssicherung dient. Nun liegt der aktuelle Jahresbericht vor.

    447 Mütter waren bei der Entbindung ihres Kindes 40 Jahre oder älter. Der Altersdurchschnitt steigt (2011: rund 30 Jahre), die älteste Mutter war 51 Jahre.

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