18. Dezember 2014, 15:30 Uhr | Aktualisiert vor - min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 22.07.2012 um 21:39 UhrKommentare

Hilfe bis zur totalen Erschöpfung

Schlamm, Geröll und Wassermassen: Feuerwehr, Heer und Bevölkerung rackern pausenlos, um die Spuren der Unwetter zu beseitigen. Die Lage enspannt sich allmählich.

Foto © Bundesheer/Lang/APA

Tag zwei nach dem verheerenden Unwetter: Der steirische Katastrophenschutz spricht von Schäden in Millionenhöhe, nach der Volkshilfe hat auch die Caritas aufgerufen, für die Opfer zu spenden.

In St. Lorenzen im Paltental, das Samstag früh von einer Schlammlawine niedergewalzt wurde, gingen die Aufräumarbeiten auf Hochtouren weiter. Die Hundertschaft von Feuerwehrmännern, die bereits seit mehr als 20 Stunden pausenlos im Katastropheneinsatz gestanden war, wurde dabei von einer 160-köpfigen Pionierkompanie aus Melk unterstützt. "Ihre Aufgabe ist in erster Linie, die schwer beschädigte Infrastruktur wie Straßennetz, Strom und Wasserversorgung wiederherzustellen", so ein Sprecher der Landeswarnzentrale.

Teile des Schwarzenbachtals und St. Lorenzen bleiben weiterhin evakuiert, mehr als 200 Menschen sind seit Samstag bei Verwandten und in Gasthäusern untergebracht.

Währenddessen zitterte man im Großraum Graz und im Süden der Steiermark noch vor den angekündigten Überflutungen. Die Mur-Pegelstände hatten sich seit den Morgenstunden zwar stabilisiert, dennoch hatte das Hochwasser der Mur in den Stunden zuvor für Schäden gesorgt: In Deutschfeistritz wurde eine Siedlung überflutet, beim Pumpeinsatz wurde ein junger Feuerwehrmann verletzt. Häuser standen bis zu eineinhalb Meter unter Wasser.

Überflutungen gab es auch im Raum Wildon. Ungewöhnlich: Sogar das Hacker-Kollektiv "Anonymous Austria" rief via Twitter auf, der Piratenpartei bei Hochwasserschutzarbeiten zu helfen. "Sechs Leute von uns halfen in Wildon mit, wir hatten beim Katastrophenschutz angerufen und gefragt, wo Not am Mann ist", so ein "Pirat".

Schiffsmühle versank

In Mureck ging die bekannte Schiffsmühle am Sonntag im sechs Meter tiefen Wasser unter - "innerhalb von nur 20 Minuten", wie Paul Maier von der Freiwilligen Feuerwehr Mureck berichtet. Treibholz hatte die Touristenattraktion leckgeschlagen, sie ist damit bereits zum vierten Mal zerstört.

Sturz ins Hochwasser

Zu dramatischen Szenen kam es auch in Leoben-Göß, wo ein 51-jähriger Niederösterreicher aus Neunkirchen mit seinem Pkw in einer Kurve von einer Forststraße abkam. Der Wagen stürzte in den Göß-Bach, blieb zum Glück an der Böschung hängen. Der Lenker konnte sich noch selbst durch ein Fenster aus dem Fahrzeug retten, das bisher wegen des Hochwassers nicht einmal geborgen werden konnte. Er kam ohne Verletzungen davon.

Gesperrt bleiben weiterhin zahlreiche Straßen, darunter die B 20 zwischen Kapfenberg und Thörl, die Schoberpass- und Triebenerstraße sowie weiterhin ein Fahrstreifen der Brucker Schnellstraße. Muren und Felsstürze haben die Strecken unpassierbar gemacht. Teilweise drohen weitere Erdrutsche.

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