23. November 2014, 14:29 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 15.05.2012 um 10:28 UhrKommentare

Krach in der Stiftung: Millionär kommt nicht an sein Geld

Helmut Zoidl, einst Miteigentümer des AT&S-Konzerns, legte nach dem Verkauf seines riesigen Aktienpakets sein Geld steuerschonend in Form einer Stiftung an. Seit es mit den Vorständen Krach gibt, hat Zoidl ein Problem - er hat keinen Zugriff mehr auf sein Vermögen.

Foto © Josef Fröhlich

Helmut Zoidl wirkt geknickt. Er sitzt auf einem Sessel im Arbeitszimmer seiner Villa in Spielberg. "Ich habe mich selbst entmachtet", seufzt er. Und meint damit den Zugriff auf das Vermögen seiner Stiftung.

Helmut Zoidl war einst unter anderem mit Hannes Androsch Miteigentümer des AT&S-Konzerns. Er verkaufte dann sein riesiges Aktienpaket. Es galt, den Reichtum steuerschonend anzulegen und vor dem Zugriff anderer zu schützen. Eine Stiftung musste her, mit ihm selbst als Begünstigten. Doch so eine Konstruktion hat Tücken: Eine Stiftung gehört rechtlich sich selbst und wird von einem Vorstand verwaltet, dem der Stifter selbst nicht angehören darf. Gibt es Krach mit den Vorständen, hat der Stifter ein Problem - wie jetzt Helmut Zoidl.

Millionenvermögen

Auf die Frage, wie groß das Vermögen der Stiftung ist, zuckt der 79-Jährige mit den Schultern: "Das weiß ich selber nicht, irgendwas zwischen 30 und 40 Millionen Euro." Darin enthalten sind eine rund 2000 Hektar große Jagd im Raum Bretstein (Bezirk Murtal), das Schlosshotel Gabelhofen in Fohnsdorf, sein Anwesen samt Kunstgalerie in Spielberg, das Seehotel am Grundlsee, eine Wohnung in bester Lage in Wien und etliche Millionen in bar. Als Vorsitzende der Stiftung holte Zoidl einst engste Vertraute: Manfred Zand aus Bad Aussee, heute Pensionist und früher Bankdirektor. Und Baumeister Hans Egghart aus Knittelfeld. Manche sagen, bei den Eggharts sei Zoidl lange Zeit so etwas wie ein Familienmitglied gewesen.

Damit ist es jetzt vorbei, man verkehrt nur noch über Anwälte. Gegen Egghart hat Zoidl nichts, außer dass dieser "zu den anderen hält". Massiv geht der Millionär aber gegen Manfred Zand vor, wirft ihm in einer Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft Leoben Unregelmäßigkeiten vor. Etwa, dass er das Seehotel Grundlsee zu teuer gekauft und sich dafür auch noch kräftige Provisionen genehmigt habe. Auch Kredit-Konvertierungen in den Schweizer Franken und zurück in den Euro habe Zand unrechtmäßig veranlasst.

"Alles haltlos"

Zand - für den die Unschuldsvermutung gilt - zu den Vorwürfen: "Alles zu 100 Prozent haltlos." Stiftungsvorstand Hans Egghart: "Zoidl war als Beirat immer bei den Vorstandssitzungen. Alles, was er in der Anzeige vorwirft, hat er selbst abgesegnet, auch die Provision." Was Zoidl bestreitet.

Egghart und Zand behaupten, die Probleme hätten begonnen, als 2009 Zoidls dritte Ehefrau Gerda mitzumischen begonnen habe: "Plötzlich ging es nur noch ums Geld, stets schwang der Vorwurf mit, wir würden Helmut das Geld aus der Tasche ziehen", sagt Egghart. Er habe mit seiner Firma die Bauvorhaben der Stiftung durchgeführt: "Da gab es immer klare Abrechnungen." Für den Vorstand hätten er und Zand stets unentgeltlich gearbeitet.

Kein Rückzug

Egghart wollte sich heuer aus der Stiftung zurückziehen, blieb dann aber. "Zand ist wegen Beschlüssen angezeigt worden, die wir alle gefasst haben. Ich bleibe bis zum Ende des Verfahrens, dann bin ich weg", meint er.

Helmut Zoidl hat derzeit keinen Einfluss auf seine Stiftung. Die Mehrheit im Vorstand ist nicht auf seiner Seite. Sein einziger Verbündeter im Vorstand ist der Ex-Schwiegersohn seiner Frau Gerda, Wolfgang Neuhaus.

Mit Egghart und einem weiteren Vorstand, dem Wiener Anwalt Christoph Mager, gibt es keine Gesprächsbasis. Zoidl wirft Mager vor, überhöhte Tarife verrechnet zu haben. Ob Manfred Zand noch etwas in der Stiftung mitzureden hat, darüber gibt es verschiedene Auffassungen: Zoidl stellte einen Abberufungsantrag bei Gericht, dem stattgegeben wurde, Zand berief: "Ich fühle mich als Vorstand."

Zoidl kann nicht mehr bestimmen, wer im Vorstand sitzt. Er hätte gern seinen Freund, den Politiker Fritz Grillitsch, und den Notar Willi Kollmann, kommt damit aber nicht durch. "Mir wurde ein Papier vorgelegt, dass sich der Vorstand aus sich selbst heraus erneuern kann. Ich habe das im Glauben unterschrieben, das gelte für die Zeit nach meinem Tod, das war ein Irrtum. So habe ich mich selbst entmachtet."

Einziger Trost: Begünstigter der Stiftung bleibt er, allerdings könnte sich das ändern: Geht ein Begünstigter gegen den Vorstand vor, könnte der Vorstand ihm die Begünstigung entziehen.

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